Zwei Personen, deren Gesichter abgeschnitten sind, sitzen nebeneinander an einem Schreibtisch und besprechen Unterlagen. | © unsplash

Erfahrungsbericht von Mentee Magdalena

Magdalena ist gelernte Juristin und ausgebildete Kauffrau für Büromanagement. Aufgrund ihrer Sehbehinderung hatte sie Schwierigkeiten, eine Arbeitsstelle zu finden. Außerdem war die deutsche Sprache eine Barriere – sie kommt ursprünglich aus Rumänien und lebt erst seit 2015 in Deutschland. Viele Jahre lang hat sie hier als Putzkraft gearbeitet. Auf das Mentoring Programm ist sie durch Internetrecherche gestoßen.

Portraitfoto einer Frau mit kurzen Haaren und Brille, die eine helle Bluse und eine Kette trägt.

Mentee Magdalena

Sie hat am Mentoring teilgenommen und besonders die begleitenden Arbeitsaufträge und die Unterstützung bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen haben ihr bei der Jobsuche geholfen. Schließlich konnte sie einen Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst als Bürokraft finden. Wir haben mit Magdalena über ihre Erfahrungen im Mentoring Programm gesprochen.

„Was soll ich tun? Wo fange ich an? Warum erhalte ich so viele Absagen?“ Diese Fragen stellt sich Magdalena während ihrer Bewerbungsphase. Sie möchte beweisen, dass sie als Mensch mit Behinderung ganz normal arbeiten will und kann – und dabei nicht weniger leistet, als Menschen ohne Behinderung. „Ich kann das und brauche nur die Möglichkeit und eine kleine Chance, die mir jemand gibt, dass ich das beweisen kann. Das war meine Motivation.“

Fehlende Berufserfahrung, Behinderung und Migrationshintergrund

Aufgrund der fehlenden Berufserfahrung in Deutschland war die Jobsuche nicht leicht für sie. Als Mensch mit Behinderung ist es schwierig, im Arbeitsleben Fuß zu fassen. Sie hat viele Bewerbungen verschickt, jedoch keine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhalten, nur Absagen – oder überhaupt keine Antwort. „Wissen Sie, ich bin alt, ich habe Migrationshintergrund, ich bin behindert, ich bin eine Frau. Aber trotzdem mache ich weiter.“

Magdalena hat beschlossen: ich brauche Unterstützung.

„Wer kann mir helfen und wie ist das eigentlich für einen Mensch mit Behinderung wieder in ein Arbeitsleben zu kommen? Ich habe im Internet recherchiert und von dem Mentoring Programm erfahren. Da hab ich das gefunden, was ich gebraucht habe. Jemand, der sich für mich Zeit genommen hat – das war genau richtig. Ich war glücklich.“

Motivierende Gespräche auf Augenhöhe

Mit dem Mentoring Programm hat Magdalena das gefunden, was sie zu dieser Zeit gebraucht hat. Die Gespräche mit ihrer Mentorin haben ihr eine große Unterstützung gegeben. „Sie war immer vorbereitet für unser Gespräch und sie hat mir Aufgaben gegeben. Dadurch war ich motiviert und habe einen Schritt nach dem anderen nach vorne gemacht. Sie hat das sehr gut gemacht.“ Das persönliche Verhältnis zur ihrer Mentorin und Gespräche auf Augenhöhe waren für Magdalena besonders hilfreich. „Wir haben uns wie zwei Freundinnen unterhalten. Ich habe so ein Gefühl gehabt, dass wir uns schon seit sehr langer Zeit kennen.“

Die Mentorin konnte Magdalena auch Ratschläge gegeben, zum Beispiel, wie sie ihr Deutsch verbessern kann. Außerdem haben sie in den Mentoring Sessions über Magdalenas Stärken und Schwächen gesprochen. Gemeinsam haben sie überlegt, wie ihre Schwächen in Fähigkeiten umgewandelt werden können und Kompetenzen besser „verkauft“ werden können. Magdalena hat mit ihrer Mentorin daran gearbeitet, sich besser zu präsentieren. Gemeinsam haben sie an der Gestaltung einer schönen und aussagekräftigen Bewerbungsmappe gearbeitet. Dann hat sie sich wieder ans Bewerben gemacht. Diesmal wurde sie auch zu einigen Vorstellungsgesprächen eingeladen. Bei manchen hatte sie ein gutes Gefühl, aber letztendlich trotzdem die Stelle nicht bekommen. „Ich denke ich hab diese Absagen nicht mehr so persönlich angenommen, weil ich jetzt meine Mentorin hatte, die an mich geglaubt hat.“

Jobzusage und gewonnenes Selbstvertrauen

Letztendlich hat Magdalena eine Zusage erhalten für eine befristete Arbeitsstelle beim Gesundheitsamt erhalten. Durch die Teilnahme am Mentoring Programm hat sie viel Mut und Vertrauen in sich selbst schöpfen können. Sie ist fest entschlossen, nicht aufzugeben und weiterzumachen.

„Als Mensch mit Behinderung hat man manchmal das Vertrauen in sich selbst verloren. Dann brauchen wir Leute von außen, die uns sagen: du bist doch gut, mach das weiter, es wird gut ausgehen. Es hilft, wenn jemand sagt: du kannst das, du schaffst das. Das ist eine große Motivation.“

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