Glas liegt horizontal und Geld kommt aus diesem heraus | © Josh Appel/ unsplash

Finanzielle Unterstützung für Menschen mit Behinderungen

Menschen, die plötzlich durch Unfall oder schwere Krankheit mit einer Behinderung konfrontiert sind, sowie Menschen, die von Geburt an betroffen sind, werden in Deutschland durch die sozialen Netzwerke unterstützt. Diese Leistungen reichen jedoch nicht immer aus.

Neubetroffene erhalten überwiegend Unterstützung von ihrer Krankenkasse oder der Rentenversicherung, die für einen Großteil der medizinischen Rehabilitation aufkommen. Hinzu kommen die Leistungen der Pflegeversicherung.

Die Unfallversicherung greift bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten, die Bundesagentur für Arbeit fördert die Teilhabe am Arbeitsleben. Ist diese nicht mehr ohne weiteres möglich, kann die Erwerbsminderungsrente finanzielle Unterstützung bieten. Reichen diese Leistungen nicht aus, kommt die Sozialhilfe unterstützend hinzu. Sie erbringt nachrangig Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und zur beruflichen und sozialen Teilhabe.

Finanzielle Notlagen trotz sozialem Netz

Und doch rutschen trotzdem einige Menschen mit Behinderung oder schwerer Krankheit durch das soziale Netz und geraten in finanzielle Notlagen.

Das Geld für den barrierefreien Umbau reicht nicht immer aus und viele schöne Dinge wie Freizeitaktivitäten, eine neue Jacke im Winter oder eine kleine Reise ist in finanziellen Engpässen nur schwer möglich. Was für viele Menschen ohne Behinderung selbstverständlich ist, ist für einige Menschen mit Behinderung der reinste Luxus. 

Hand hält Geldscheine, die brennen. | © unsplash

Medizinische Rehabilitation, der behindertengerechte Umbau des Eigenheims – alles das kostet Geld und kann Betroffene in finanzielle Notlagen bringen (Foto: unsplash).

Hilfe und Unterstützung über den Staat hinaus

Doch es gibt einen Lichtblick: Einige Stiftungen haben sich in Deutschland zum Ziel gesetzt, Menschen mit einer Behinderung oder einer schweren Krankheit zu unterstützen. Sie springen ein, wo der Staat und das Sozialsystem nicht mehr weiterhelfen. Auch die Wohlfahrtsverbände und Kirchen bieten täglich Unterstützung, von denen nicht nur Menschen mit Behinderung profitieren.

Drei Männer sitzen und stoßen mit Gläsern an, ein Mann sitzt im Rollstuhl. | © unsplash

Stiftungen können finanzielle Ängste lindern und soziale Teilhabe fördern (Foto: unsplash).

Verschiedene Zwecke – verschiedene Stiftungen

Im Bundesverband Deutscher Stiftungen sind derzeit ungefähr 23.000 Stiftungen Mitglied (Stand: 2020). Etwas mehr als einhundert setzen sich für Menschen mit Behinderung ein.

Dazu gehören Stiftungen, die gezielt Projekte, Einrichtungen und Organisationen unterstützten, aber auch solche, bei denen Schwerkranke und Menschen mit Behinderung direkt Unterstützung erfahren.

In der Regel helfen die Stiftungen nur nachrangig. Das heißt, die Betroffenen müssen belegen, dass die möglichen staatlichen Hilfen und die Leistungen der Sozialkassen nicht reichen. Jede Stiftung gewährt die Unterstützung nach eigenen Kriterien. Die Anträge sind in der Regel schriftlich einzureichen und werden meistens von mehreren Personen geprüft.

Während einige Stiftungen ganz generell Menschen in Not unter die Arme greifen, haben sich viele für eine ganz bestimmte Zielgruppe entschieden. So gibt es zum Beispiel Stiftungen, die sich nur um die Belange von Kindern kümmern, andere helfen nur bei einer ganz speziellen Krankheit und wieder andere unterstützen nur sportliche Aktivitäten.