Man sieht Rücken von Mann in Rollstuhl und blauen Himmel mit ein paar Wolken. | © James Williams/ unsplash

Kirchen und Wohlfahrtsverbände: Hilfe für Menschen mit Behinderung

Neben den zahlreichen Stiftungen, unterstützen auch die sechs großen deutschen Wohlfahrtsverbände und die Kirchen in vielen Bereichen Menschen mit Behinderung, die in Not sind.

Caritas, Diakonie, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden, Rotes Kreuz, Arbeiterwohlfahrt und Parität sind die sechs in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) vereinigten Verbände.

Laut der Bundeszentrale für politische Bildung werden etwa ein Drittel der sozialen Dienstleistungseinrichtungen in Deutschland von ihnen betrieben, insbesondere gilt dies für Kindergärten, ambulante Dienste, Alten- und Pflegeheime sowie Krankenhäuser.

Neben den zahlreichen Frühförderstellen, Werkstätten, Berufsbildungswerken, Wohnheimen und vielen anderen Hilfsangeboten für Menschen mit Behinderung, helfen die Wohlfahrtsverbände in manchen Fällen auch schnell und unbürokratisch, wenn einzelne Personen in Not geraten.

Caritas, Diakonie und BeB

Die Caritas kann Menschen mit Behinderung, die in Not geraten sind, zwar nicht finanziell unterstützen, die zahlreichen Caritas-Verbände vor Ort können aber auf Stiftungen verweisen, die in der Region helfen.

Viele Caritas-Standorte haben auch Möbellager und Kleiderkammern für Bedürftige. In manchen Städten betreibt die Caritas sogenannte Tafeln, die kostenlos warme Mahlzeiten und Lebensmittel anbieten.

 

Das Gleiche gilt für die Diakonie: Auch hier besteht die Möglichkeit Hilfen in Anspruch zu nehmen.

 

Die evangelischen Einrichtungen, Initiativen und Dienste, die sich um die Belange der Menschen mit Behinderung kümmern, haben sich im Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V. (BeB) zusammengeschlossen. Sie bieten Hilfen für Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung und psychischer Erkrankung an. Angebotsformen sind sowohl ambulant wie auch teilstationär oder stationär ausgeprägt. 

Das Deutsche Rote Kreuz

Das Deutsche Rote Kreuz betreibt rund 700 Kleiderkammern und versorgt etwa 1,2 Millionen Menschen bundesweit mit gut erhaltener Kleidung, Schuhen und anderen lebensnotwendigen Dingen. Das Rote Kreuz verwendet hierzu hauptsächlich Kleiderspenden der Bevölkerung, manchmal auch Überproduktionen oder leicht fehlerhafte Artikel der Industrie.

Die Kleidungsstücke werden an Einkommensschwache kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr abgegeben. Der Erlös geht laut dem Roten Kreuz an soziale Projekte.   
Das Rote Kreuz betreibt auch einen Fahrdienst, mit dem Menschen mit einer Behinderung oder Krankheit sowie Senioren die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erleichtert wird.
Darüber hinaus verleiht die Organisation Hilfsmittel, wie zum Beispiel Faltrollstühle, Toilettenstühle, Badewannensitze und vieles mehr.

Man sieht einen Kinderrollstuhl hinter einem bunten Teppich. | © unsplash

Das Deutsche Rote Kreuz bietet die Ausleihe von Hilfsmittel für Menschen mit Behinderungen oder Senioren an (Foto: unsplash).

Der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband

Der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband (DPWV) ist ein Dachverband von über 10.000 Einzelverbänden und -gruppen. In ihm sind unter anderem der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland, der Bund zur Förderung Sehbehinderter Bundesverband und der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter vertreten.

Die Arbeiterwohlfahrt

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) betreibt neben Wohnheimen und Einrichtungen für Betreutes Wohnen auch Tagesstätten, Kindergärten, Beratungsstellen und vieles mehr. Außerdem bietet die Arbeiterwohlfahrt Fahrdienste an, die auch Menschen mit Behinderung in Anspruch nehmen können. Über diese kann man sich auf der Internetseite des entsprechenden Bezirksverbands informieren.  

Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland

Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWSt) lehnt sich an die Jüdischen Gemeinden an und spielt eine wichtige Rolle, zum Beispiel für Einwanderer aus Russland und der Ukraine. Nach einer groß angelegten Umfrage bei jüdischen Menschen mit Behinderung versucht sie speziell auf die Bedürfnisse der Betroffenen einzugehen. Sie unterstützt die Gründung regionaler Selbsthilfegruppen, in denen auch Freizeitaktivitäten oder das gemeinsame Feiern jüdischer Festtage angeboten werden, unter anderem durch das Inklusionsprojekt „Gesher“

Auf verschiedene Arten und Weisen engagieren sich die sechs großen Wohlfahrtsverbände für Menschen mit Behinderung, die in schwierigen Situationen sind. So kann durch diese Unterstützung  die soziale Teilhabe vereinfacht und ermöglicht werden.