Eine Gruppe von sechs Mädchen und zwei Jungen befinden sich vor einem Schreibtisch mit Laptops. | © Fox / pexels.com

Unterstützung für Jugendliche mit Behinderung bei der Berufsorientierung

Die Berufsorientierung umfasst die Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen, Interessen und Kompetenzen und die Auseinandersetzung mit den Anforderungen der Arbeitswelt und der Gesellschaft. Doch welcher Beruf ist der Richtige? Diese Frage stellen sich alle Schülerinnen und Schüler irgendwann. Praktika und andere Angebote der Berufsorientierung ermöglichen es Jugendlichen die Arbeitswelt kennenzulernen und unterstützen sie bei der Berufswahl.

Grundsätzlich stehen Schüler*innen mit einer Behinderung dieselben Ausbildungswege offen, wie Jugendlichen ohne Behinderung. Damit der Übergang von der Schule in die Berufswelt gut gelingt, benötigen Jugendliche mit einer Behinderung jedoch eine auf sie persönlich abgestimmte Berufsorientierung.

Die berufliche Orientierung

Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen nehmen in den Klassenstufen 7 bis 9 an der schulischen Berufsorientierung teil. Die Maßnahmen dieser beruflichen Orientierung dienen der Interessensbekundung, der Kompetenzfeststellung, dem Praxislernen und der Entwicklung von Umsetzungsstrategien. Sie werden individuell auf die einzelnen Schüler*innen ausgerichtet. Ergänzend wird den Schüler*innen mit Behinderungen im Rahmen des Konzepts „Berufsorientierungsmaßnahmen und Begleitung des Übergangs in den Beruf für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen” systematisch Unterstützung bei der Vorbereitung des Übergangs in eine berufliche Tätigkeit angeboten.

Warum ist die berufliche Orientierung wichtig?

Angebote zur Berufsorientierung sollen Jugendliche dabei unterstützen, eigene Stärken und Interessen zu erkennen, berufliche Perspektiven zu entwickeln und damit den Übergang von der Schule in den Beruf erleichtern. Umso wichtiger sind hierbei Hilfestellungen und Unterstützungen von der Schule aber auch von verschiedenen Organisationen. Neben konzeptionellen Überlegungen aus entwicklungspsychologischer Sicht richtet sich der Blick unter anderem auf die individuellen Interessen und Fähigkeiten. Zudem wird die Potenzialanalyse als ein zentrales Instrument der Berufsorientierung genutzt und in ihrer Wirksamkeit reflektiert.

Wer bietet außer der Schule Hilfestellung und Unterstützung?

Entscheidungshilfen zur Berufswahl und Informationen, welche zur Verfügung stehen, bietet vor allem die IHK Beratungsstelle Inklusion. Das Reha-Team der Agentur für Arbeit sowie Integrationsfachdienste bieten in diesem Fall auch Unterstützung an.

  1. IHK Beratungsstelle Inklusion

    Zur Vorabinformation bietet die IHK eine Lehrstellenbörse an. Hier sind verschiedene Praktikumsstellen aber auch Ausbildungsstellen aufgelistet. Ebenfalls sind die Berufe in unterschiedliche Kategorien eingeteilt, sodass nach den Vorlieben der Jugendlichen ausgewählt werden kann. Der IHK-Ausbildungsatlas gibt einen Überblick über Unternehmen, die jährlich inklusiv ausbilden. Die IHK Beratungsstelle Inklusion gibt außerdem Beispiele für Praktikumskonzepte verschiedener Schularten. Sie bieten einen Überblick über die Rahmenbedingungen inklusiver Praktika, geben organisatorische Hinweise und stellen Best-Practice-Beispiele vor.

  2. Reha-Team der Agentur für Arbeit

    Die Reha-Teams der Agenturen für Arbeit sind besondere Service-Stellen in allen Agenturen für Arbeit. In den Reha-Teams kümmern sich speziell geschulte Beratungskräfte um die Förderung der Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben. Diese Förderung umfasst alle Maßnahmen und Leistungen, die Jugendlichen und Erwachsenen bei einer vorhandenen Behinderung oder einer drohenden Behinderung helfen sollen, möglichst auf Dauer am Arbeitsleben teilzuhaben.

    Mögliche Fördermaßnahmen sind:

    • Hilfen zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes einschließlich vermittlungsunterstützende Leistungen
    • Berufsvorbereitung einschließlich einer wegen einer Behinderung erforderlichen Grundausbildung
    • Berufliche Anpassung und Weiterbildung
    • Berufsausbildung
    • Technische Hilfsmittel und Umbauten am Ausbildungs- oder Arbeitsplatz

  3. Integrationsfachdienste

    Der Integrationsfachdienst bietet eine Begleitung Schüler*innen mit Behinderung von der Schule ins Erwerbsleben (Start der Betreuung ist drei Jahre vor Schulentlassung).

    Das Leistungsspektrum des Integrationsfachdienstes in der Berufsorientierung: 

    • Erstellung einer detaillierten Fähigkeitsdiagnostik
    • Erarbeitung eigener beruflicher Interessen
    • Darauf aufbauende Unterstützung bei der gezielten Praktikumsakquise
    • moderierte Praktika wir sprechen mit Schüler*innen und Arbeitgebenden im Praktikum
    • Auswertung der Praktika
    • Berufswegeplanung in Kooperation mit Lehrer*innen, Agentur für Arbeit, Eltern, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und weiteren
    • Individuelle Beratung der Eltern
    • Vermittlung in den allgemeinen Arbeitsmarkt
    • Teilnahme am „KAoA-STAR“-Programm


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