Eine Person sitzt in einer gelben Regenjacke auf einem Vorsprung und sieht auf eine Serpentinenstraße hinab

Die Ausbildung in einem Berufsbildungswerk

Die Eingliederung von Jugendlichen mit einer Behinderung in den Arbeitsmarkt ist eine Herausforderung. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Berufsbildungswerke. Sie bieten viele Vorteile bei der Erstausbildung und Berufsvorbereitung von physisch oder psychisch beeinträchtigten und benachteiligten jungen Menschen.

Bei den bundesweit 52 Berufsbildungswerken handelt es sich um Einrichtungen, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit besonderem Unterstützungsbedarf eine Ausbildung oder zum Teil auch Weiterbildung ermöglichen. Diese umfassen über 250 anerkannte Berufe in 13 Berufsfeldern.

Die Zahlen der Berufsbildungswerke für das Ausbildungsjahr 2018/19 sprechen dabei für sich: 89 Prozent der Auszubildenden bestanden erfolgreich die Abschlussprüfung vor den Kammern, 78 Prozent der Jugendlichen waren mit ihrer Ausbildung rundum zufrieden und 66 Prozent fanden nach ihrer Ausbildung einen Job.

Was macht die Berufsbildungswerke so erfolgreich?

Ein vielfältiges Angebot

Neben Berufen, die sowohl für Menschen mit als auch ohne Behinderung gleichermaßen geeignet sind, können in Berufsbildungswerken auch spezielle Berufe für beeinträchtigte Menschen erlernt werden. Weiter bieten die Berufsbildungswerke Förderlehrgänge, Maßnahmen zur Berufsfindung, Arbeitserprobung und zum Teil auch blindentechnische und vergleichbare Grundausbildungen an. Des Weiteren tragen sie zur persönlichen, sozialen und gesellschaftlichen Integration bei.

Individuell festgelegte Ziele und Maßnahmen

Berufsbildungswerke sind auf die unterschiedlichen Behinderungsarten und deren Auswirkungen eingestellt. Entsprechend sind die Ausbildungen ganz auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ausgerichtet. Die Ziele und Betreuungsmaßnahmen werden individuell festgelegt und umgesetzt. Unterstützt, betreut und beraten werden die Jugendlichen mit Behinderung durch spezialisierte Teams aus den Bereichen der Medizin, Psychologie und Sozialpädagogik. 

Eine Person klatscht in die Hände und entfernt so Sägespäne von den Händen

In den bundesweit 52 Berufsbildungswerken werden mehr als 15.000 junge Menschen mit Behinderung ausgebildet (Foto: pixabay).

Theorie und Praxis – Hand in Hand

Die Ausbildung erfolgt nach den Regelungen des Berufsbildungsgesetzes und der Handwerksordnung. Die Ausbildungsstruktur der Berufsbildungswerke sieht den Besuch der Berufsschule vor, wo die Auszubildenden fachtheoretische, praktische und allgemeinbildende Inhalte erlernen. Der praktische Teil findet in Ausbildungswerkstätten und Übungsbüros statt. Um Erfahrungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sammeln zu können, sieht die Ausbildung mindestens ein mehrwöchiges – oder im Rahmen der sogenannten verzahnten Ausbildung auch ein längeres – Betriebspraktikum vor.

„Verzahnte Ausbildung“
Bei der verzahnten Ausbildung mit Berufsbildungswerken handelt es sich um ein inklusives Ausbildungsmodell, das mittlerweile ein Regelangebot der Berufsbildungswerke ist. Hier findet die Ausbildung von jungen Menschen mit Behinderung in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft statt. Die jungen Menschen mit Behinderung absolvieren dabei bis zu 12 Monate ihrer Ausbildung in einem Kooperationsunternehmen.

Laut den Berufsbildungswerken werden inzwischen 22 Prozent aller Ausbildungen verzahnt mit Betrieben durchgeführt. 

Es zeigt sich, die Arbeit der Berufsbildungswerke macht sich bezahlt. Nicht nur im Hinblick auf die erfolgversprechenden Übergänge von der Ausbildung in den Arbeitsmarkt. Sie tragen auch dazu bei, dass inklusives Arbeiten immer mehr möglich wird.

Für alle Menschen, die bereits eine Ausbildung absolviert haben und diesen aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit nicht mehr ausführen können, können sich an ein Berufsförderwerk wenden.