Antragsformular und Stift

Merkzeichen

Gesundheitliche Merkzeichen werden im Schwerbehindertenausweis vermerkt. Mit den Merkzeichen können bestimmte Nachteilsausgleiche und Rechte in Anspruch genommen werden.

Hier finden Sie die Merkzeichen und die Bedeutung ihrer Abkürzung im Einzelnen:

  • G: Erheblich Gehbehindert
  • aG: Außergewöhnlich Gehbehindert
  • H: Hilflos
  • BL: Blind
  • TBI: Taubblindheit
  • RF: Rundfunkgebühren-Befreiung und Telefonermäßigung

Sondermerkzeichen:

  • B: Begleitung bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel erforderlich
  • 1.Kl: Fahrten im Regio- und Nahverkehr in der ersten Klasse
  • EB und VB: Entschädigungs- und Vorsorgeberechtigung

G: Erheblich Gehbehindert

Das G erhält, wer nur eingeschränkt unter erheblichen Gefahren bis zu 2 Kilometer gehen kann. Dazu zählen Menschen mit Behinderungen an Beinen oder Rückgrat (ab Einzel-GdB 50) sowie Menschen, die durch innere Leiden wie Herzschäden, Lungenprobleme, Krampfanfälle, Diabetiker*innen mit häufigen Schocks und anderes erheblich eingeschränkt sind.
Des Weiteren erhalten Epilepsiepatient*innen oder Menschen mit einer Sehbehinderung ab GdB 70, Menschen mit geistiger Behinderung und Weitere das Merkzeichen G.

aG: Außergewöhnlich Gehbehindert

Das Merkzeichen aG erhalten nur Menschen, die sich auf Grund ihrer Behinderung ausschließlich mit fremder Hilfe oder unter äußerster Anstrengung außerhalb ihres Kraftfahrzeuges bewegen können.
Das trifft auf Menschen mit Querschnittslähmung, Doppeloberschenkelamputationen und Hüftexartikulationen zu. Des Weiteren für einseitig oberschenkelamputierte Menschen, die dauerhaft außerstande sind, eine Beinprothese zu tragen oder nur eine Beckenkorbprothese tragen können und bei denen gleichzeitig Unterschenkel oder der Arm amputiert sind.
Das Merkzeichen aG gilt auch für Menschen, die auf Grund der Schwere ihrer Erkrankung dem genannten Personenkreis gleichzusetzen sind, wie zum Beispiel schwerste Herz- oder Lungenerkrankungen.

H: Hilflos

Menschen mit Behinderung, die ständig auf fremde Hilfe angewiesen sind – insbesondere beim Verrichten von Tätigkeiten, die zur Sicherung der persönlichen Existenz notwendig sind – bekommen das Merkzeichen Hilflos.
Hilflos sind diejenigen, die infolge von Gesundheitsstörungen – nach dem Neunten Sozialgesetzbuch (SGB IX) und dem Einkommensteuergesetz „nicht nur vorübergehend“ – für eine Reihe von häufig und regelmäßig wiederkehrenden alltäglichen, lebensnotwendigen Tätigkeiten im Laufe eines jeden Tages fremder Hilfe bedürfen. Diese Voraussetzungen sind auch erfüllt, wenn die Hilfe in Form einer Überwachung oder einer Anleitung zu den genannten Verrichtungen erforderlich ist oder wenn die Hilfe zwar nicht dauernd geleistet werden muss, jedoch eine ständige Bereitschaft zur Hilfeleistung erforderlich ist.

Bl: Blind

Blindheit bedeutet, dass das Augenlicht vollständig fehlt. Das Merkzeichen BL erhalten auch Menschen, die auf beiden Augen und bei beidseitiger Sehprüfung nicht mehr als 1/50 der normalen Sehschärfe besitzen.

Gl: Gehörlos

Menschen, die beispielsweise von Geburt an taub sind, sowie Menschen mit einer an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit beiderseits, erhalten das Merkzeichen GL.

RF: Rundfunkbeitrag & Telefonermäßigung

Dieses Merkzeichen erhalten in der Regel Personengruppen, die ständig von öffentlichen Veranstaltungen ausgeschlossen sind. Der Hintergrund dieses Merkzeichens war also, berechtigte Personen über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk kulturell und allgemein zu inkludieren.

Merkzeichen müssen begründet werden (Foto: pixabay).

Begleitperson, 1.Kl., Kriegsbeschädigte, VB & EB

Diese vier Merkzeichen, von denen das B sich auf der Vorderseite des Ausweises befindet, sind Sonderkennzeichen, da sie keine zusätzlichen Auskünfte über die Auswirkungen der Behinderungen geben wie die Merkzeichen, sondern zusätzliche Rechte für betroffene Personen begründen.

B: Begleitung bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel erforderlich

Menschen mit schwer eingeschränkter Mobilität (in der Regel gilt das für die Merkzeichen aG oder H), die für die gefahrlose Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln auf eine Begleitperson angewiesen sind, erhalten zusätzlich das Merkzeichen B. Dieses Merkzeichen ermöglicht Freifahrten für die Begleitperson.

1.Kl.:

Das Merkzeichen 1. Kl. erhalten nur Schwerkriegsbeschädigte oder Verfolgte im Sinne des Bundesentschädigungsgesetzes mit einer schädigungsbedingten Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE). Die berechtigten Personen können mit einer Fahrkarte der 2. Klasse, ohne Aufpreis in der 1. Klasse mitfahren.

Kriegsbeschädigt:

Dieser Eintrag ist für Menschen, die durch Kriegsverletzungen mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit um wenigstens 50 Prozent, bestimmt.

VB:

Dieses Merkzeichen erhalten Menschen mit Schwerbehinderung, die durch eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 50 Prozent Versorgungsansprüche aus anderen Gesetzen als dem Bundesversorgungsgesetz haben.

EB:

Unter dieses Merkzeichen fallen Menschen mit Schwerbehinderung, die als rassistisch oder politisch Verfolgte des Nationalsozialismus Leistungen aus dem Bundesentschädigungsgesetz auf Grund einer MdE von mindestens 50 Prozent erhalten.

Für eine ausführliche Beschreibungen der Merkzeichen und der Grade der Behinderungen, können interessierte Personen die Versorgungsmedizinische Verordnung konsultieren.