Eine Frau mit Laptop sitzt an einem kleinen Holztisch und lächelt in die Kamera. | © unsplash

Die Bewerbung – so geht’s!

Die Bewerbung legt oftmals den wichtigsten Grundstein für eine mögliche zukünftige Festanstellung. Daher sollten Sie sich genügend Zeit nehmen und einige wichtige Details bei der Gestaltung von Anschreiben, Lebenslauf und weiteren Anlagen nehmen.

Soll ich meine Behinderung offensiv ansprechen? Habe ich aufgrund meiner Behinderung überhaupt Chancen auf eine Anstellung? Wichtige Fragen, die sich Menschen mit Behinderungen am Anfang des Bewerbungsprozesses stellen. Fragen, die eine ebenso wichtige Rolle beim Anschreiben spielen, wie auch die richtige Gestaltung des Lebenslaufes. Was gehört überhaupt alles in eine gute Bewerbung?

Vorab: Sehen Sie Ihre Bewerbung als Visitenkarte. Als ersten Schritt in Richtung Festanstellung. Zeigen Sie Ihre Persönlichkeit, zeigen Sie in authentischer Weise, wer Sie sind und was Sie können. 

Wie eine schriftliche Bewerbung im Einzelnen aussieht, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Das Deckblatt

Es ist kein Muss, aber bietet vor allem zusammen mit einem Bewerbungsfoto eine gute Möglichkeit, einen ersten Eindruck von Ihnen als Person zu gewinnen. Wenn Sie ein Bild nutzen, platzieren Sie es am besten mittig. 

Was Sie in keinem Fall vergessen sollten, sind wichtige Angaben zu Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail. Diese Informationen sollten in Ihrer Bewerbung nicht fehlen.

Ein stimmiger Lebenslauf

Ein guter Lebenslauf ist übersichtlich gegliedert und einheitlich gestaltet. Folgende Punkte gilt es zu beachten:

  • Starten Sie mit der Überschrift: Lebenslauf
  • Machen Sie kurz Angaben zu Ihrer Person
  • Unterteilen Sie alle Informationen in übersichtliche Blöcke
  • Der Zeitstrahl Ihrer Beschäftigungen gehört nach links, Angaben zu Ihrer Tätigkeit im jeweiligen Unternehmen nach rechts
  • Zeitangaben sollten immer in Monat und Jahr erfolgen (05.2006–12.2007)
  • Eine gut lesbare Schrift, zum Beispiel Helvetica oder Arial in Schriftgröße 10 oder 12

Für Berufseinsteiger: Schreiben Sie Ihren Lebenslauf chronologisch auf – von Ihrer ersten Arbeitsstelle bis zu Ihrer letzten und zeigen somit Ihre bisherige Entwicklung auf. Ihr Lebenslauf kann gerne ein bis zwei Seiten umfassen. 

Mit Berufserfahrung: Sie sollten den Lebenslauf mit Ihrer letzten Tätigkeit beginnen und dann chronologisch bis zur ersten Arbeitsstelle zurückgehen. Ab einer Berufserfahrung von circa fünf Jahren können Sie mehr als zwei Seiten für Ihren Lebenslauf nutzen.

Kopf eines Lebenslaufes, darüber liegt ein Kugelschreiber | © pixabay

Ein guter Lebenslauf sollte übersichtlich und einheitlich sein (Foto: pixabay)

Keine Angst vor Lücken im Lebenslauf

Wunschkandidat*innen mit 1-er Studium oder Ausbildung, drei Fremdsprachen und fünf Jahren Berufserfahrung in einem Alter von 30 Jahren sind Ausnahmen. Gehen Sie daher offen mit eventuellen Lücken in Ihrem Lebenslauf um. 

Zeitliche Lücken dürfen nicht verschwiegen oder durch Erfindungen gefüllt werden. Gute Personaler*innen merken das ohnehin sofort. Freiräume von ein bis zwei Monaten können Sie als „Stellensuche“ oder „Bewerbungsphase“ deklarieren. Bitte schreiben Sie jedoch nicht „Arbeitslosigkeit“. 

Zeigen Sie auf, dass Sie sich aktiv um eine Arbeitsstelle bemüht haben. Sollten Ihre Leerzeiten länger sein, so begründen Sie diese. Beispiele können sein: Elternzeit, längere Krankheit, Unfall mit anschließender Rehabilitation. Geben Sie bei Unfall oder Krankheit unbedingt an, wenn Sie zum Beispiel durch die Reha gut stabilisiert wurden und somit wieder fit für das Berufsleben sind.

Ein Anschreiben mit persönlicher Note

Im Internet finden sich viele unterschiedliche Vorlagen für Anschreiben. Nutzen Sie diese gern als inspirative Vorlage. Vermeiden Sie allerdings, Sätze oder „Floskeln“ abzuschreiben, wenn diese nicht zu Ihnen und Ihrer Persönlichkeit passen. 

Bringen Sie Ihre Motivation zum Ausdruck und zeigen Sie den Personalverantwortlichen, warum Sie für das Unternehmen arbeiten wollen und warum Sie am geeignetsten für die Stelle sind.

Folgende Details sollten Sie hier noch beachten:

  • Ein gutes Anschreiben sollte nur eine Seite umfassen
  • Achten Sie auf eine korrekte und einheitliche Formatierung, keine gemischten Schreibweisen, wie zum Beispiel ein Absatz in Blocksatz und einen anderen linksbündig
  • Nutzen Sie auch hier die von Ihnen am Anfang gewählte Schrift aus
  • Lassen Sie Freunde Korrektur lesen oder nutzen Sie die interne Rechtschreibprüfung Ihres Schreibprogramms 

Ihr Bewerbungsfoto

Das Bewerbungsfoto ist inzwischen auch in Deutschland kein „Muss“ mehr. Da es einen ersten persönlichen Eindruck vermittelt, empfiehlt es sich trotzdem, nicht darauf zu verzichten. 

Bei Bewerbungsfotos sollten Sie darauf achten:

  • Das Bild sollte nicht älter als ein Jahr sein
  • Keine Portrait-Fotos aus dem Automaten oder dem Urlaub
  • Nutzen Sie Portrait-Fotograf*innen oder achten Sie darauf, dass Sie für das Foto vor einer weißen Wand stehen und die Beleuchtung stimmt
  • Die Kleidung sollte möglichst Ihrem zukünftigen Beruf oder dementsprechenden Business Casual entsprechen
  • Zu viel Schmuck sollten Sie vermeiden

Alle weiteren Anlagen

Handeln Sie nach dem Motto: Klasse statt Masse. Grundsätzlich sollen Sie alle Stationen Ihres Lebenslaufes mit einem Zeugnis oder Zertifikat belegen können. Achten Sie dabei aber auch darauf, dass Ihre Anlagen auch für den Leser von Interesse sein sollten. Das Schulzeugnis aus der Grundschule gehört also ebenso wenig dazu wie die Teilnahmebestätigung an einem Zwei-Tages-Seminar vor acht Jahren.

  • Ordnen Sie die Zeugnisse chronologisch in der Reihenfolge Ihres Lebenslaufes
  • Verschicken Sie keine Originale, sondern ausschließlich Kopien
  • Achten Sie darauf, dass die Kopien von guter Qualität sind und nicht mehrfach genutzt aussehen.

Mittlerweile bevorzugen viele Personalverantwortliche auch eine digitale Bewerbung. Für diese gelten die gleichen Regeln wie bei einer schriftlichen Bewerbung. Mit ein bisschen Übung haben Sie schon bald den Dreh raus.

Die Frage nach der Behinderung

Was die Fragen vom Anfang betreffen: Es gibt hierbei keine Pauschallösung. Sie sind rechtlich nicht verpflichtet, Ihre Behinderung zu anzugeben. Dies ist nur dann der Fall, wenn sie im direkten Zusammenhang zu den Fähigkeiten steht, die für das Jobprofil gesucht werden.

Wenn Sie Ihre Behinderung im Anschreiben erwähnen möchten, so geben Sie auch gleich eventuelle Einschränkungen mit an und auch, wie Sie diese zum Beispiel technisch ausgleichen können. Sie wollen Ihre Behinderung erst im Vorstellungsgespräch ansprechen? Dann tun Sie das am besten im Verlauf des Gesprächs, nicht ganz am Anfang oder ganz am Ende.

Das Unternehmen besteht auf eine digitale Bewerbung? Dann sollten Sie neben den Tipps für die schriftliche Bewerbung zum Beispiel auch die E-Mail-Betreffzeile, die Text-Formatierung oder die Größe der Datei-Anhänge im Blick haben.

Merken Sie sich einfach für den Bewerbungsprozess: Am wichtigsten für Arbeitgeber*innen sind am Ende Ihre Fähigkeiten. Wie Sie sich also richtig bewerben, ist letztlich eine Sache Ihres Bauchgefühls und Ihrer Erfahrung.