Mosaik aus vielen bunten Mosaiksteinen, die verschieden geformt sind | © pixabay

Barrierefreies Bauen für unterschiedliche Einschränkungen

Barrierefreie Lösungen sollten möglichst integrativ und universell sein, vielen dienen und niemanden erneut auf andere Weise behindern. Bei einem barrierefreien Bauvorhaben sollte die Beseitigung von verschiedensten Hindernissen berücksichtigt werden, durch die Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen (motorisch, sensorisch, kognitiv) beeinträchtigt werden.

Barrierefreiheit lässt sich als eine soziale Dimension betrachten: Jeder Mensch, egal welchen Alters und mit welchen physischen, wie psychischen Voraussetzungen und Fähigkeiten, soll gleichberechtigt und unabhängig leben und die gleichen Pflichten erfüllen können. Jeder Bürger und jede Bürgerin soll also in seinem barrierefreien Lebensraum alles betreten, befahren, und selbständig, unabhängig und weitgehend ohne die Hilfe anderer sicher benutzen können.

DIN-Normen

Die gesetzlichen Grundlagen für das barrierefreie Bauen sind in den Landesbauordnungen der einzelnen Bundesländer geregelt. Planungsempfehlungen für eine barrierefreie Baumaßnahme und damit Regeln unter welchen technischen Voraussetzungen eine bauliche Anlage “barrierefrei” ist, werden in Deutschland in der Norm 18040 geregelt. Dabei beschreibt DIN 18042-1 Regeln für öffentlich zugängliche Räume, DIN 18040-2 Regeln für Wohnungen und Din 18042-3 Regeln für den öffentlichen Verkehrs- und Freiraum. (Quelle: https://nullbarriere.de/din.htm)

Motorische Einschränkungen

Für Personen mit Geh- oder Bewegungsbehinderungen oder fehlenden Gliedmaßen, müssen folgende Bedingungen beim barrierefreien Bauen berücksichtigt werden:

  • Die Bewegungsflächen müssen so groß sein, dass Rollstuhlfahrer keine Probleme haben, sich darin frei zu bewegen
  • Alle Räume müssen ohne Stufen und schwellenlos zu erreichen sein. Wenn es nicht anders geht, sind Rampen oder Aufzüge zu installieren
  • Um sie gut unterfahren zu können, sind Tische, Tresen und Waschbecken auf der richtigen Höhe anzubringen
  • Greifbereiche müssen leicht bedienbar und angepasst sein, damit man sie auch mit wenig Kraft benutzen kann

Sensorische Einschränkungen

Blindenschrift etwa im Fahrstuhl oder an technischen Geräten erleichtert Menschen mit sensorischen Einschränkungen das Bestreiten des Alltags. Haben Bewohner oder Bewohnerinnen sensorische Einschränkungen, müssen an entsprechenden Stellen Maßnahmen ergriffen werden, die Hindernisse abgeschaffen, sodass ein selbständiges und sicheres Leben möglich ist.

Für Personen mit einer Sehbehinderung geht es zum Beispiel um sogenannte taktile Leitsysteme und Orientierungshilfen, die sich durch Ertasten lesen lassen. Sie können blinden Menschen dabei helfen, sich besser zurechtzufinden und eigenständiger zu leben. Besondere Beleuchtungsanlagen geben Personen mit eingeschränktem Sehvermögen Sicherheit und Wohlbefinden. Der bewusste Einsatz von Farben kann Personen mit einer Rot-Grün-Sehschwäche helfen.

Freie Sichtachsen und blendfreie Flächen helfen schwerhörigen oder gehörlosen Menschen, sich gut und sicher in ihrer Umgebung zurechtzufinden. Zudem tragen leicht verständlichen Piktogramme sowie einheitliche Farbkonzepte zur schnellen Erfassung von Informationen und zur Orientierung bei.

Kognitive Einschränkungen

Kognitive Einschränkungen können durch neurologische oder psychische Erkrankungen, aber etwa durch Verletzungen des Hirns, Hirnleistungsstörungen, Suchterkrankungen oder Demenz entstehen. Die Wahrnehmung von betroffenen Personen ist dann beispielsweise durch eine Einschränkung der Aufmerksamkeit und der Informationsaufnahme, durch Verzögerungen bei Reaktionen auf Informationen oder durch schlechteres Erkennen und Verstehen sowie allgemeinen Gedächtnis- oder Sprachstörungen eingeschränkt. Helfen können in diesen Fällen etwa:

  • Verwendung von leichter Sprache
  • Markierungen an Stufen, Ecken und Kanten
  • Telefone mit großen Tasten
  • Sprachcomputer