Ein älteres Ehepaar steht neben einem Haus, im Hintergrund steht ein Auto.

Zuhause wohnen im Alter – Unterstützungsangebote

Einen schönen Lebensabend wünscht sich vermutlich jeder Mensch. Viele möchten gerne auch im Alter noch zuhause wohnen können. Welche unterstützenden Möglichkeiten gibt es für ein möglichst selbstbestimmtes Leben im eigenen Heim?

Herausforderungen im Alter

Deutschland gehört zu den europäischen Ländern mit dem höchsten Bevölkerungsanteil an Rentner*innen. Nach Angaben von Eurostat betrug im Jahr 2019 in Deutschland der Anteil an Menschen über 65 Jahre 21,5 Prozent. Demographisch bedingt nimmt der Anteil der betagten und hochbetagten Menschen in unserer Gesellschaft weiter zu. Im Alter wird jedoch vieles, was früher selbstverständlich war, beschwerlich. So werden Haushalt, Pflege, Einkäufe und Arztbesuche zur Herausforderung.

Auch wenn mit dem Alter die Mobilität sinkt und die körperlichen Einschränkungen größer  werden, heißt das nicht, dass die eigene Selbstständigkeit aufgegeben werden muss. Es gibt viele Möglichkeiten, auch im Alter so selbstständig wie möglich zu sein. Vielen älteren Personen ist vor allem eines ganz wichtig ist: Sie wollen auch weiterhin eigenständig in ihrem Zuhause wohnen und nicht in ein Seniorenwohnheim umziehen. Damit das möglich ist, sollten die eigenen vier Wände barrierefrei sein. Zudem können Haushaltshilfen und ambulante Pflegedienste eine hilfreiche Unterstützung für alltägliche Aktivitäten und Aufgaben sein.

Haushaltshilfe

Heutzutage gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf eine Haushaltshilfe für Menschen mit Behinderungen, Demenzerkrankung und eingeschränkter Alltagskompetenz. Dazu muss ein Antrag bei der Krankenkasse oder dem Sozialamt gestellt werden. Diese Haushaltshilfen erledigen all die alltäglichen Dinge, welche die Senior*innen nicht mehr selbstständig bewältigen können. Dies geht von der Zubereitung von Mahlzeiten und Wäsche waschen bis hin zu Behördengängen und Vermögensverwaltung.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Haushaltshilfe zu finanzieren. Personen mit Pflegegrad können dafür das Pflegegeld oder den Entlastungsbetrag aufwenden. Aber auch Personen ohne Pflegegrad haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Zuzahlungen von der Krankenkasse. Lassen Sie sich hierbei von Ihrer Krankenkasse beraten.

Ambulanter Pflegedienst

Menschen, die pflegebedürftig sind, müssen nicht unbedingt in ein Pflegeheim ziehen, sondern können auch zuhause wohnen bleiben und dort von Angehörigen oder von einem Pflegedienst gepflegt werden. Zu den Leistungen eines ambulanten Pflegediensts gehören:

  • Körperbezogene Pflegemaßnahmen (Hilfe bei der Körperpflege, beim An- und Auskleiden, beim Essen, beim Toilettengang)
  • Pflegerische Betreuungsmaßnahmen (gemeinsames Kochen, Spazierengehen oder Spielen)
  • Hilfe bei der Haushaltsführung (Bettwäschewechsel oder Wohnungsreinigung)
  • Häusliche Krankenpflege (Wundversorgung oder Injektionen)
  • Beratung bei pflegerischen Fragen oder Angelegenheiten

Abhängig vom Pflegegrad werden die Pflegeleistungen von der Krankenkasse übernommen.
Nach Angaben der Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes wurden 2019 in Deutschland 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen zu Hause versorgt (2011: 70%). Bei knapp zwei Drittel übernahmen die Angehörigen diese Aufgaben, beim Rest sind es ganz oder teilweise ambulante Pflegedienste.

ein Zivildienstleistender hilft älterer Dame beim zuknöpfen der Bluse

Pflegedienste ermöglichen Hilfsbedürftigen ein möglichst selbstbestimmtes und menschenwürdiges Leben zu Hause (Foto: pixabay).