ein Zivildienstleistender hilft älterer Dame beim zuknöpfen der Bluse | © pixabay

Pflegegrade

Mit dem Pflegestärkungsgesetz II sind 2017 die bis dahin geltenden drei Pflegestufen zur Einstufung der Pflegebedürftigkeit durch fünf Pflegegrade ersetzt wurden. Es gilt seitdem nicht mehr der zeitliche Aufwand für die Pflege als Kriterium für Pflegebedürftigkeit, sondern der Grad der Selbstständigkeit.

Dadurch sollen auch Menschen mit Demenz und psychisch Erkrankten die gleichen Pflegeleistungen ermöglicht werden, wie Pflegebedürftigen mit körperlichen Behinderungen. Die Zahl der Personen, die Anspruch auf Leistungen der Pflegekassen haben ist damit gestiegen, da die Unterstützung nun durch Einführung des Pflegegrades 1 bereits früher beginnt.

Pflegegrade

Die Pflegegrade sind:

  • Pflegegrad 1: geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 2: erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 3: schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 4: schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 5: schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Begutachtung

Für die Pflegegradbegutachtung ist bei gesetzlich Versicherten der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) oder bei privat Versicherten das Unternehmen MEDICPROOF zuständig. Für die Einordnung der Pflegebedürftigkeit wird ein sehr detaillierter Richtlinien-Katalog herangezogen. Hier finden Sie Tipps für den Besuch zur Pflegebegutachtung.

Pflegebedürftige Kinder unterliegen einem speziellen Beurteilungsschema durch die Gutachter*innen. Bei ihnen kommt es auf den zusätzlichen Aufwand an, der im Vergleich zu gleichaltrigen, nicht eingeschränkten Kindern zu leisten ist.