Ein Euro unter einer Lupe | © Markus Winkler / unsplash

Finanzierungsmöglichkeiten für Studierende mit Behinderungen

Die berufliche Zukunft aktiv und selbstbestimmt zu gestalten ist ein wichtiges Thema. Und wer sich für ein Studium entschieden hat, muss sich schnell auch überlegen, wie die nächsten Jahre finanziell gestemmt werden sollen.

Das Ziel ist klar: Studium, Lebensunterhalt und den persönlichen Mehrbedarf gut unter einen Hut bekommen. Immer leichter gesagt, als getan. Vor allem, wenn gerade zu Beginn gar nicht klar ist, welche Förderungsmöglichkeiten es überhaupt gibt und wie man sie am Ende erhält. 

Die richtige Anlaufstelle

Erste virtuelle Anlaufstelle für alle Studieninteressierten mit Behinderung ist die IBS, das Kompetenzzentrum des Deutschen Studentenwerks zum Thema Studium und Behinderung. Sie bietet umfangreiche Informationen und Beratung zu allen wichtigen Aspekten. Im persönlichen Gespräch wird Studieninteressierten dann kompetent jede Frage beantwortet.

Präsenz- oder Fernstudium?

Je nach Grad der persönlichen Einschränkung ist auch zu überlegen, ob ein Präsenz- oder ein Fernstudium sinnvoll ist. Denn das lässt sich oftmals im eigenen Tempo und aus den eigenen vier Wänden heraus absolvieren. Zudem entfallen mitunter schwierige Fragen rund um Barrierefreiheit und Mobilität an Studienstandort und Gebäuden der Uni. Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass gerade Fernstudiengänge häufig an privaten Hochschulen angeboten werden und so höhere Kosten anfallen. Mittlerweile haben sich viele Fernuniversitäten auf Studierende mit Behinderung eingestellt und bieten gezielt Beratung zum Studienablauf, Studienfinanzierung und Stipendien Programmen.

Finanzierungshilfen

Praktisch allen Studieninteressierten stellen sich die gleichen Fragen, wenn es darum geht das Studium zu finanzieren. Doch für Menschen mit Behinderungen gibt es häufig noch eine Reihe weiterer Ausgaben als Studiengebühren und Lebensunterhalt. 

Die Finanzierung hängt von den individuellen Gegebenheiten und Voraussetzungen der Studierenden ab. Entsprechend vielfältig sind auch die jeweiligen Fördermöglichkeiten, die von unterschiedlichen Kostenträgern für verschiedene Bereiche übernommen werden. Zu den Kostenträgern zählen unter anderem:

  • Kranken- und Pflegekassen
  • Sozialhilfeträger
  • BAföG-Ämter 
  • Träger der Grundsicherung für Arbeitssuchende 
  • Stipendien
  • Studienkredite

Kosten für gesundheitsbedingte Mehrbedarfe werden vornehmlich von den Krankenkassen übernommen. Kosten für etwaige technische Hilfsmittel, Gebärdensprachdolmetschende oder Studienassistenzen können vom zuständigen Sozialhilfeträger übernommen werden. Das regelt die Eingliederungshilfeverordnung (EinglHVO). Auch Therapien oder Hygieneartikel werden von gleicher Stelle subventioniert. 

Aber auch für Assistenz und Pflege, die üblicherweise von der Pflegeversicherung übernommen werden, können Mittel gemäß dem 12. Buch Sozialgesetzbuch beantragt werden. Seitens der Länder gibt es auch noch das Landesblinden- und des Landespflegegeld, die das Angebot abrunden. In jedem Fall sollten sich Studieninteressierte umfassend zu den Finanzierungmöglichkeiten beraten lassen, um alle Unterstützungsleistungen voll ausschöpfen.

Sparmöglichkeiten

Für bestimmte Dinge werden Studierende mit Behinderung Kosten erlassen oder reduziert. Dazu gehört zum Beispiel das Semesterticket, von dem sich Studierende befreien lassen können. Finanzielle Vorteile gibt es auch bei den Rundfunkbeiträgen sowie der gesetzlichen Krankenversicherung.

Es gibt also eine Reihe von Finanzierungsmöglichkeiten für Studieninteressierte. Am Anfang mag der Finanzierungsdschungel noch undurchsichtig erscheinen, aber dank der verschiedenen Informationsanbieter lässt sich schnell Licht ins Dunkel bringen.