Ein junger Mann erkundet mit Rucksack und Smartphone die Stadt | © Andrea Piacquadio / pexels

Erfolgreich im Ausland studieren – auch mit einer Behinderung

Sie würden gerne im Ausland studieren – doch wissen nicht, wie das klappen soll? Vor allem in Anbetracht möglicher oder nicht möglicher Barrierefreiheiten, mit denen sich Student*innen mit Behinderung auch hierzulande täglich auseinandersetzen müssen. Wie soll das dann erst im Ausland aussehen?

Sicherlich dürfte diese eine Filmkomödie, in der es um eine internationale Student*innen WG in Barcelona geht, manchen jungen Menschen ein paar Semester an einer ausländischen Hochschule schmackhaft gemacht haben. Das gilt auch für Student*innen mit Behinderung. 

Aber neben den obligatorischen Überlegungen in Sachen Studienprogramm, Reiseplanung und Umzug kommt bei Studierenden mit Behinderung auch zusätzlich der Gedanke auf, ob das Zielland, die Unterkunft sowie die jeweilige Hochschule möglichst barrierefrei sind. Denn wenn selbst hierzulande die Zugänglichkeit zu einer Hochschulausbildung nicht überall gegeben ist, wie könnte man dann das Studium im europäischen Ausland überhaupt schaffen? Gedanken, die oftmals nicht zu Unrecht aufkommen.

Studieren im Ausland – ohne Hindernisse

Doch noch öfter sind diese Gedanken überflüssig. Denn es gibt sehr wohl Universitäten außerhalb Deutschlands, die in einem großen Ausmaß auf Studierende mit Behinderung eingehen. Laut den Informationen der College Contact „genießen Studierende mit gesundheitlicher Beeinträchtigung in vielen Studienländern an der Universität eine größere Unterstützung als in Deutschland“.

Unabhängig von der Behinderung sind für den Plan „Auslandsstudium“ erst einmal andere Eigenschaften essentiell für die Umsetzung – sich mit den Finanzierungsmöglichkeiten tiefgehend auseinanderzusetzen sowie das Organisatorische abzuklären. Der Rest ist Geduld und Durchhaltevermögen.

Frühzeitige Planung ist die halbe Miete

Neben der Wahl des Studiums und des jeweiligen passenden europäischen Ziellandes ist es im ersten Schritt vor allem wichtig, Gedanken sowie konkrete Fragen bezüglich Ihrer individuellen Wünsche und Bedürfnisse zu sammeln. Im nächsten Schritt gilt es, Kontakt zu der passenden Ansprechperson an der Hochschule herzustellen, um bei dieser alle benötigten wichtigen Informationen einholen zu können.

Eine gute Anlaufstelle für die länderspezifischen Kontakte bildet die Datenbank der European Agency for Development in Special Needs Education. Klicken Sie auf der Seite einfach auf Ihr favorisiertes Land und sie erhalten auf der folgenden Seite links oben weitere Kontaktinformationen. 

Weitere To-do-Punkte in der Organisation

Über die ersten Schritte hinaus sollten ebenfalls folgende Überlegungen in die Planung aufgenommen werden:

  1. Finanzierung des Studiums, zum Beispiel durch Auslands-BaföG; optionaler Bezuschussung von der Pflegekasse für Studierende, die in der EU studieren wollen; Zuschüsse von der DAAD (über Erasmus) und Stipendien.
  2. Unterkunft während des Auslandsaufenthaltes: Je nach Studienort kann die Suche viel Zeit in Anspruch nehmen – mit zusätzlicher Barrierefreiheit sollte entsprechend mehr Zeit eingeplant werden.
  3. Kosten, die im Alltag anfallen: Je nach Art der Behinderung oder chronischer Erkrankung sollten zusätzliche Ausgaben für zum Beispiel individuellen Transport, Medikamente, technische Hilfsmittel, medizinische Betreuung oder Assistenz mit einkalkuliert werden.
  4. Reise und Verkehr: Wie sind die generellen An- und Verbindungen vor Ort; wie die Mobilitätsmöglichkeiten von der Unterkunft zur Universität.

Tipp: Planen Sie für die gesamte Organisation zehn bis 12 Monate ein. Mehr Zeit kann dabei nie schaden. So kann dann bei einer positiven Bewerbung an der Wunschuniversität fast nichts mehr schief gehen. 

Das College Contact bietet Ihnen darüber hinaus noch mehr detaillierte Informationen, Tipps und Hinweise für ein erfolgreiches Auslandsstudium mit Behinderung – und zeigt Ihnen darüber hinaus auf, dass der Weg zum Wunschstudium im Ausland mit der richtigen Vorbereitung sehr gut möglich ist. Und sich lohnt.