Post-it mit einer Glühbirne an einer Korkplatte | © unsplash

Informations-Hotspots für Studierende mit Behinderung

Zahlreiche Hochschulen und Studentenwerke in Deutschland bieten mittlerweile Beratungsstellen für Studierende mit Behinderungen an. Jedoch werden die Unterstützungsangebote für individuelle Fragen rund um das Studium nach wie vor nicht häufig genug in Anspruch genommen.

Studieninteressierte und Studierende mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen sollten das Beratungsangebot nutzen, das ihnen die Hochschulen, Studentenwerke oder studentischen Initiativen zur Verfügung stellen. Laut dem Deutschen Studentenwerk bleiben rund zwei Drittel der Studierenden mit Behinderung "unentdeckt", aufgrund einer von außen nicht wahrnehmbaren Behinderung. Dabei können auch diese das Beratungsangebot in Anspruch nehmen

„Viele der Studierenden kennen und nutzen ihre Rechte und die Unterstützungsangebote nicht. Dies betrifft das Instrument des Nachteilsausgleichs bei der Studienorganisation oder in Prüfungen ebenso wie die spezifischen Beratungsangebote der Hochschulen, der Studentenwerke oder der studentischen Selbstverwaltung“, erklärt Prof. Dr. Dieter Timmermann, Präsident des Deutschen Studentenwerks.

Erste Anlaufstelle: Deutsches Studentenwerk

Das Deutsche Studentenwerk stellt online eine Liste bereit, in der die wichtigsten Anlaufstellen an deutschen Hochschulen für die Beratung von Studierenden mit körperlichen oder psychischen Behinderungen zu finden sind. Neben Fragen zum Organisationsablauf des Studiums und der Prüfungen stehen die Behindertenbeauftragten auch bei der Beanspruchung auf Nachteilsausgleiche mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem können die Beratungsstellen Aufschluss darüber geben, inwieweit Hochschulgebäude barrierefrei zugänglich sind oder elektronische beziehungsweise andere technische Hilfsmittel zur Verfügung stehen. Darüber hinaus bieten einige Hochschulen und Universitäten jedes Semester Informationsveranstaltungen für Studieninteressierte oder Studierende mit Behinderung an.

IBS bei nicht ausreichendem Beratungsangebot kontaktieren

Die Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) setzt sich bundesweit unter dem primären Ziel der „Verwirklichung einer inklusiven Hochschule“ für Studierende mit Behinderung ein. Sollte kein konkretes Beratungsangebot vor Ort existieren beziehungsweise dieses unzureichend sein, kann der Kontakt zur IBS aufgenommen werden. Die IBS ist auch dann die richtige Anlaufstelle, wenn sich Studieninteressierte mit Behinderung noch nicht auf eine spezifische Hochschule festgelegt haben.

Gemeinsam stark

Mancherorts haben sich Studierende zusammengeschlossen, um die Interessen von Student*innen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten an ihrer Hochschule zu vertreten. Studentische Interessenvertretungen sorgen zudem dafür, dass individuelle Erfahrungen ausgetauscht und diskutiert werden können sowie gegenseitige Unterstützung angeboten werden kann. 

Die  bekanntesten Vertretungen der studentischen Selbsthilfe für Menschen mit Behinderung sind folgende: 

  • die BAG Behinderung und Studium e.V.
  • die  Bundesarbeitsgemeinschaft Hörbehinderter Studenten und Absolventen e.V. (BHSA) 
  • der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS)

Sollte eine derartige Interessensgemeinschaft am Hochschulort nicht bestehen, kann die Studierendenvertretung bei Fragen oder Problemen kontaktiert werden.