Frau sitzt an Strand | © pixabay

Urlaub mit Inkontinenz

Die Urlaubszeit ist für viele die schönste Zeit des Jahres. Menschen mit einer Inkontinenz sollten einige Tipps befolgen, damit sie die Wochen fernab der Heimat unbeschwert genießen können.

Das Wichtigste zuerst: Menschen mit Inkontinenz können grundsätzlich genauso in den Urlaub fahren wie andere Reisende. Wenn sie ihre Hilfsmittel mitnehmen, können sie auch im Ferienhotel oder auf dem Campingplatz allerlei erleben ohne böse Überraschungen befürchten zu müssen. Uwe Papenkordt, Medical Advisor beim Medizinprodukte-Hersteller Coloplast, rät allerdings zu einer gründlichen Vorbereitung. "Es empfiehlt sich, schon zuhause zu überlegen, welche Produkte man in welcher Menge benötigt und die entsprechenden Hilfsmittel selbst mitzubringen." So könne man sicher sein, dass die Inkontinenzversorgung im Urlaub gewährleistet ist.

Verteilung der Hilfsmittel

Was für Bargeld und Bankkarten gilt, sollte man auch bei den Hilfsmitteln beachten: Bewahren Sie niemals die gesamten Bestände in einem Koffer auf. Wenn das Gepäckstück verloren geht oder gestohlen wird, sind sonst alle Utensilien zur Stoma-Versorgung oder Katheterisierung verloren. Das kann gerade dann problematisch werden, wenn man den Urlaubsort abends oder am Wochenende erreicht und Ersatz nicht ohne weiteres erhältlich ist. Die Hilfsmittel einfach länger zu nutzen, ist nämlich keine Alternative. "Es ist wichtig, dass man die Anweisungen des Arztes, Fachpersonals oder die Beschreibungen in der Packungsbeilage befolgt", sagt Uwe Papenkordt. Denn nur so könnten die Hilfsmittel den größtmöglichen Nutzen bringen und unerwünschte Nebenwirkungen vermieden werden.

Flaschen statt Leitungswasser

In einigen südlichen Ländern sollten Betroffene Wasser aus Flaschen verwenden, wenn sie sich beispielsweise mit analen Irrigationssystemen den Darm entleeren. "Gerade in Ländern, in denen die hygienischen Voraussetzungen nicht ohne weiteres gegeben sind, sollte man für die Darmspülung kein Leitungswasser verwenden", betont Papenkordt. "Trinkwasser aus Flaschen ist hier die weitaus bessere Alternative, um Infektionen und andere Erkrankungen zu vermeiden."

Wasser aus einer Flasche wird in ein Glas gegossen | © pixabay

Insbesondere in südlichen Ländern wird die Verwendung von Flaschenwasser empfohlen (Foto: pixabay).

Sichere Lagerung der Hilfsmittel

Neben der richtigen Anwendung ist auch die Lagerung der Medizinprodukte wichtig. Hilfsmittel zur Inkontinenzversorgung sollten keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Sonst besteht die Gefahr, dass der Katheter mit der Verpackung verklebt. Optimal ist hingegen die kühle und trockene Lagerung - etwa in einer Kühltasche oder an einem schattigen Ort.

Hilfsmittelpass für Flugreisen

Flugreisenden rät Papenkordt, einen Hilfsmittelpass mitzuführen. Darin sind die Dinge aufgeführt, die ein Betroffener aufgrund seiner gesundheitlichen Situation benötigt – beispielsweise Katheter, Urinbeutel, Kondom-Urinale oder Anal-Tampons. Ein solcher Pass bewahrt den Fluggast mit Inkontinenz vor unangenehmen Situationen bei der Personenkontrolle. Wenn die Beamte*innen eine Bescheinigung über die mitgeführten Hilfsmittel vorgelegt bekommen, sind sie nämlich nicht darauf angewiesen, die Gegenstände zur Überprüfung aus dem Koffer zu nehmen oder dem Reisenden persönliche Fragen zu stellen. Das spart Zeit und macht die Kontrolle am Flughafen für Betroffene deutlich angenehmer. Schließlich haben sie sich schon vor der Reise ausreichend Gedanken gemacht, welche Hilfsmittel sie im Flugzeug und  am Urlaubsort benötigen.


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