Draussen auf einem Stein vor dem Meer führt eine Person die Kriegerposition aus.  | © unsplash

Gesunder Rücken – Warum haben wir Rückenschmerzen?

Rückenbeschwerden sind eine Volkskrankheit. Heutzutage gibt es kaum ein Beschwerdebild, das in Bezug auf die Häufigkeit sowie verursachenden Kosten eine derart steigende Tendenz aufweist wie muskuloskelettale Beschwerden, insbesondere Rückenschmerzen. Doch worauf basieren diese und wie kann man sie vorbeugen?

Millionen Deutsche habe Rückenschmerzen. Diese sind eine der häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeitstage in Deutschland. Etwa jede*r dritte Erwachsene hat regelmäßig oder ständig Rückenschmerzen. Davon ist etwa jede*r Zehnte von starken Rückenschmerzen betroffen. Bei den meisten Menschen kann keine Ursache für die Beschwerden diagnostiziert werden. Nur in etwa 15 Prozent der Fälle spricht man von spezifischen Rückenschmerzen, bei denen eine klare Ursache für die Beschwerden verantwortlich ist.

Ursachen

Rückenschmerzen können viele Ursachen haben. Jedoch sind sich Experten und Expertinnen über die Entstehung von nicht-spezifischen Rückenschmerzen weiterhin uneinig. Rückenschmerzen entstehen meist in Zusammenhang mit unterschiedlichen Faktoren. Das Robert Koch-Institut (RKI) unterscheidet verschiedene Risikofaktoren:

  1. Physiologisch-Organische Risikofaktoren

    Durch den Mobilitätsverlust oder Funktionseinschränkungen kommt es zu einer Abnahme der körperlichen Fitness, was zu einer allgemeinen Dekonditionierung führt.

  2. Kognitive und emotionale Risikofaktoren

    Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber körpereigenen Signalen, Stimmungsschwankungen sowie schlimme Vorstellungen (zum Beispiel: „Ich bin ein hoffnungsloser Fall“).

  3. Risikofaktoren im Verhalten

    Unangemessenes, schmerzbezogenes Verhalten (zum Beispiel Passivität, Schonung und Überaktivität) sowie negative Verstimmungen (zum Beispiel Angstzustände, Depressionen).

  4. Soziale Risikofaktoren

    Störung der sozialen Beziehungen (Familie und Partnerschaft) oder Probleme am Arbeitsplatz und im Beruf.

  5. Weitere Risikofaktoren

    Hinzukommen noch weitere Risikofaktoren wie genetische Veranlagung, einseitige Belastungen, Fehlhaltungen (zum Beispiel: langes Sitzen, langes Stehen, Arbeiten in gebeugter Haltung) sowie Übergewicht.

Nahaufnahme des Rückens einer jungen Frau | © Romina Farías/unsplash

Es gibt viel Ursachen, die zu Rückenschmerzen führen können (Foto: Romina Farías/unsplash).

Gesunder Rücken im Büro und Alltag

Das persönliche Verhalten im Büro und Alltag kann sich auf unseren Körper, insbesondere den Rücken auswirken. Die richtige Körperhaltung, sowie ein gesunder Lebensstil unterstützt von Rücken- und Dehnübungen kann so machen Rückenschmerz verhindern oder verbessern. Dennoch sollten Sie bei anhaltenden Rückenschmerzen den Rat eines Arztes oder einer Ärztin einholen.

  1. Aktiv im Alltag

    Rückenschmerzen können durch Bewegungsmangel oder eine schlechte, gleiche Körperhaltung entstehen. Daher ist es wichtig Bewegung in den Alltag zu integrieren. Nehmen Sie zum Beispiel öfter die Treppe statt des Aufzugs oder stehen Sie immer auf, wenn das Telefon klingelt und laufen sie beim Telefonieren ein paar Schritte im Raum. Sollten Sie im Büro viel Zeit im Sitzen verbringen, dehnen und strecken Sie sich regelmäßig und wechseln Sie immer wieder die Sitzposition (dynamisches Sitzen). Kräftigen Sie Ihre Rückenmuskulatur zudem durch gezielte Rückenübungen und Rückengymnastik. Die meisten Krankenkassen bieten kostenlose oder kostengünstige Kurse an.

  2. Ergonomischer Arbeitsplatz

    Neben Bewegung und Kräftigung kann auch ein ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz zur Rückengesundheit beitragen. Dabei ist es wichtig, dass Schreibtischstuhl, Schreibtisch und Monitor richtig eingestellt sind. Die Anschaffung hochwertiger Büromöbel lohnt sich dabei auch für Arbeitgeber*innen, da Krankheitstage aufgrund von Rückenproblemen damit vermieden werden können. Neben den geeigneten Büromöbeln ist auch die Ausstattung des Arbeitsplatzes mit der richtigen Beleuchtung nicht zu vernachlässigen. Nun mag man sich fragen, was Licht mit Rückenschmerzen zu tun hat. Tatsächlich ist es jedoch so, dass sich Menschen häufig wegdrehen, wenn sie den Lichteinfall auf den Bildschirm als unangenehm empfinden oder die Darstellung nur schwer erkennen können. Das wiederum führt zu Verspannungen der Rückenmuskulatur.

  3. Stress reduzieren und Muskelverspannungen mindern

    Neben muskulären Ursachen können Rückenprobleme auch psychischen Ursprungs sein. Wer Stress hat, ist deutlich angespannter. Eine hohe Arbeitsbelastung, Konflikte im Büro, Versagensangst oder gar die Sorge um den Arbeitsplatz führen häufig zu einer allgemeinen Verspannung, die sich auch in Form massiver Rückenschmerzen bemerkbar machen kann. Je länger die Drucksituation anhält, desto massiver sind die gesundheitlichen Folgen. Daher gilt: Versuchen Sie Stress zu reduzieren. Sprechen Sie Arbeitgeber*in und Kolleg*innen an, wenn es Probleme gibt und schaffen Sie sich einen Ausgleich zum Büroalltag: Joggen nach der Arbeit, eine Runde mit dem Rad oder auch regelmäßige soziale Aktivitäten mit Freunden sind ein wirksames Mittel gegen Stress im Büro. Und das macht sich auch bei der (Rücken-) Muskulatur bemerkbar.

Liegeposition und Matratzenwahl

Da der Mensch etwa ein Drittel der Lebenszeit schlafend verbringt, ist eine entspannte Liegeposition von großer Bedeutung. Sind Bett, Lattenrost oder Matratze unpassend, wird den Muskeln Entspannung verwehrt, besonders leiden hierunter Bandscheiben. Ursache sind oft zu alte, durchgelegene oder für die eigenen Bedürfnisse unpassende, da zu harte oder zu weiche Matratzen.

Wichtig ist bei der Matratzenwahl, dass sie in Verbindung mit der Schlafunterlage die natürliche doppelt geschwungene Form der Wirbelsäule unterstützt. Die Matratzenhärte sollte an den Körper angepasst sein, sodass er an jedem Auflagepunkt bestmöglich unterstützt wird. Ein Hinweis auf unpassende Matratzenhärte ist die Bildung von Vertiefungen.

Förderprogramme von der Sozialversicherung

Um die Volkskrankheit Rückenschmerzen zu bekämpfen, gibt es eine Reihe von Förderungen durch die Kranken- und Rentenversicherung. So werden beispielsweise spezielle Rückenkurse bezuschusst, die von zertifizierten Anbietern durchgeführt werden. Auch Pilates und Yoga zählen zu bewährten Maßnahmen, die regelmäßig gefördert werden. Welche Möglichkeiten es gibt, unterscheidet sich je nach Krankenversicherung.

Einen Zuschuss für Büromöbel wie den höhenverstellbaren Schreibtisch kann man bei der Rentenversicherung beantragen. Hierfür gelten allerdings bestimmte Voraussetzungen, die in der Regel durch ein ärztliches Gutachten belegt werden müssen.