Volles Fußallstadion bei Nacht | © Thomas Serer/ unsplash

Fußball Bundesliga – diese Vereine kümmern sich vorbildlich um Menschen mit Behinderung

Sport verbindet und schafft Gemeinsamkeiten. Ganz besonders gilt dies für die beliebteste und bekannteste deutsche Sportart: Fußball. Über alle sozialen und kulturellen Grenzen hinweg eint der Profifußball Menschen in sämtlichen Bevölkerungsschichten in der Begeisterung für die gemeinsame Sache. Im Stadion ist es egal, ob jemand groß oder klein, dick oder dünn, mit Behinderung oder ohne daherkommt. Wichtig ist nur eines: die Leidenschaft fürs Spiel.

Grenzen überwinden – Fußball ist für alle da

Seit vielen Jahren bereits setzt sich die Fußballbundesliga dafür ein, dass alle Menschen, egal ob mit oder ohne Behinderung, das Live-Erlebnis im Stadion barrierefrei und ohne Einschränkungen genießen können. Besonders leicht zugängliche Plätze in den Fußball-Stadien ermöglichen es auch Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern, ein Spiel im Stadion stressfrei verfolgen zu können. Diese Plätze sind komfortabel zu erreichen und leicht zugänglich. Für Menschen mit einer Sehbehinderung stehen spezielle Reporterinnen und Reporter zur Verfügung, die das Spielgeschehen sehen können und den Spielablauf behindertengerecht beschreiben, um auch Menschen mit einer Sehbehinderung die Teilhabe am Profifußball zu ermöglichen. Ein online Bundesliga-Reiseführer, in dem alle Informationen rund um das Thema „barrierefrei ins Stadion“ kostenlos und natürlich barrierefrei bereitgestellt werden, rundet das Angebot für Menschen mit Behinderung ab.

Neben den behindertengerechten Angeboten in den Stadien und Arenen der Fußball-Bundesliga, gibt es auch noch verschiedenen Stiftungen, Partnerschaften und Kooperationen der einzelnen Fußballvereine, die sich stark für die Belange von Menschen mit Behinderung einsetzen. Chancengerechtigkeit, Teilhabe und Inklusion sind wichtige Themen, für die sich ganz besonders die DFL-Stiftung engagiert.

DFL-Stiftung

Unter dem Dach der DFL-Stiftung finden sich viele unterschiedliche Projekte, die es sich zum Ziel gesetzt haben, allen Menschen, ob mit oder ohne Behinderung, einen leichteren Zugang zum Sport, zu Bildung und zum Teamgeschehen zu ermöglichen. Ein besonderes Anliegen ist es dabei vor allem Menschen mit Behinderung, Kinder und Menschen mit Migrationshintergrund an den Fußball heranzuführen und ihnen einen barrierefreien Zugang zu den Möglichkeiten und Chancen des Spitzensports zu verschaffen. Gerade auch die einzelnen Vereine der Fußball-Bundesliga nehmen ihre Verantwortung und ihre Vorbildfunktion sehr ernst und sorgen durch regionale Projekte und nachhaltiges Engagement dafür, dass Inklusion gelingen kann und Barrieren überwunden werden.

FussballFREUNDE

Seit einigen Jahren wird die Initiative FussballFREUNDE der Sepp-Herberger-Stiftung geplant, begleitet und umgesetzt. Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung treffen sich, um gemeinsam und ohne Grenzen Fußball zu spielen. Im Fokus stehen dabei das gemeinsame Erlebnis, die Teamerfahrung und die Förderung sozialer Kompetenzen. Die integrativen Teams bilden sich nach dem sogenannten SSV-Prinzip aus Kooperationen zwischen Fußballvereinen, Regel- und Förderschulen. Dabei gibt es verschiedene Angebote wie die Blindenfußball-Bundesliga, den FußballFreunde-Cup oder die Deutsche Meisterschaft der Werkstätten für behinderte Menschen. Dazu gibt es sogenannte “Handicap-Teams“ des DFB.

Beleuchtetes Fußballfeld von oben | © Bence Balla-Schottner/ unsplash

Ob auf oder neben dem Platz – Menschen mit Behinderung können überall teilhaben (Fotos: Bence Balla-Schottner/ unsplash).

Werder Youngstars – jeder ist willkommen

Bereits seit 2011 spielen Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung von 7 bis 21 Jahren beim SV Werder Bremen unter dem Namen „Werder Youngstars“  gemeinsam Fußball. Da die Nachfrage im Verlauf der vergangenen Jahre stetig gewachsen ist, wurde auch das inklusive Fußballangebot erweitert. Zusätzlich zu den Werder Youngstars stellt der Verein eine integrative Ballschule, bei denen geistige und soziale Fähigkeiten geschult werden sollen

Das Training selbst wird inzwischen von Trainer*innen mit und ohne Behinderung begleitet und unterstützt. Dazu organisiert der SV Werder Bremen Jahr für Jahr eine besondere Ausbildung zum Fußballtrainer beziehungsweise zur Fußballtrainerin, die sogenannte Young Coach Ausbildung. Unter Zusammenarbeit mit der Stiftung Scort werden Menschen mit und ohne Behinderung im Tandem zu Trainerinnen und Trainern ausgebildet.
Auch über das Training hinaus sind die Kinder und Jugendlichen sehr aktiv. In den Ferien verbringen sie ihre Freizeit zusammen im inklusiven Fußballcamp WERDER BEWEGT.

Einlaufkinder mit Behinderung

Es ist längst eine liebgewonnene Tradition in der Fußball-Bundesliga geworden: zu Beginn eines jeden Spieles dürfen die sogenannten Einlaufkinder Hand in Hand mit ihren Fußball Idolen in das Stadion einlaufen. Kinder mit und ohne Behinderung fiebern einem solchen Ereignis jedes Mal mit Spannung entgegen. Und wer dann zu den Glücklichen gehört, der wirklich und wahrhaftig einmal echte Stadionluft schnuppern und seinen Star hautnah erleben darf, der kann sein Glück kaum fassen.

Beim Borussia Dortmund begleiten Spieltag für Spieltag Kinder mit und ohne Behinderung die Spieler ins Stadion. Inklusion ist für die BVB-Stiftung „leuchte auf“ eine Herzensangelegenheit. Neben den Einlaufkindern mit Behinderung unterstützt die Stiftung auch noch verschiedene andere Projekte mit und für Menschen mit Behinderung, so zum Beispiel das Weihnachtsdorf Dortmund e.V.  in dem Kinder mit und ohne Behinderung zum vorweihnachtlichen Basteln und Backen auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt willkommen sind.

Zwei lachende Kinder mit rot-weißen Trikots stehen auf einem Fußballplatz. | © Adrià Crehuet Cano/ unsplash

Als Einlaufkind neben seinem großen Fußballidol zu stehen, ist Traum vieler kleiner Fußballfans (Foto: Adrià Crehuet Cano/ unsplash).

BOBBY für den FC Bayern München

Und auch der FC Bayern München ist bekannt für sein soziales Engagement. So unterstützt der FC Bayern Hilfe e.V. bereits seit Jahren verschiedene soziale Projekte. Zum Beispiel auch den Verein „Wings for handicapped e.V.“ . In diesem Verein sollen Kinder, die schwer krank sind oder eine Behinderung haben, Spaß, Abwechslung und eine unbeschwerte Zeit erleben können. Dabei stehen das eigene Erleben und die Erfahrung, dass sie Grenzen überwinden können, für die Kinder und die Betreuerinnen und Betreuer im Vordergrund.

Gemeinsam bewegen – VfL Wolfsburg

Im Rahmen der CSR-Initiative „Gemeinsam bewegen“ setzt der VfL Wolfsburg Akzente auf dem Weg hin zu einer inklusiven Gesellschaft. 
Auch die Volkswagen Arena ist auf die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung zugeschnitten. 80 Plätze für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer, ein eigener Bereich für Menschen mit Sehbehinderung, sowie barrierefreie Stadionführungen machen einen Ausflug in die Volkswagen Arena zu einem rundum gelungenen Erlebnis

Barrierefrei – VfB Stuttgart

Ein Team von ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern aus den Reihen der VfB Volunteers steht Alleinangereiste im Rollstuhl während der Heimspiele des VfB Stuttgart in der Mercedes Benz Arena mit Rat und Tat zur Verfügung. Getränke holen, Essen organisieren oder bei einem Toilettengang begleiten, gehören ebenso zum Service, wie das Verteilen von roten Regenponchos, sollte es bei einem Spiel mal zu einem Regenschauer kommen. Sollte es im Winter zu kalt oder die sommerliche Hitze unerträglich werden, dann steht den Rollstuhlfahrern und Rollstuhlfahrerinnen der Rolli-Rückzugsraum zur Verfügung. Und selbstverständlich wird auch gemeinsam angefeuert und mitgefiebert.

Hannover ist bunt – Hannover 96

Jedes erste Heimspiel einer Bundesligasaison beim Hannover 96 steht unter dem Motto „Hannover ist bunt“ setzt damit ein Zeichen für eine vielfältige und offene Gesellschaft, in der jeder Mann und jede Frau, mit und ohne Behinderung willkommen ist, unabhängig von der Herkunft, der Weltanschauung, der sexuellen Orientierung oder der Religion.

Jedes Jahr am 21. Januar wird ein ganz besonderes Kleidungsstück geehrt: die Jogginghose. Am internationalen Jogginghosentag findet beim Hannover 96 ein Event der besonderen Art statt: der Jogginghosenlauf. Das Ziel ist es mit einer möglichst schäbigen, aber umso bequemeren Jogginghose, eine beliebige Anzahl von Runden im Heimatstadion des Hannover 96 zu absolvieren. Da kein Startgeld erhoben wird, sind Spenden allerdings höchst willkommen. Die Spenden gehen an jedes Jahr an einen anderen gemeinnützigen Zweck.

Mittendrin im 1. FC Köln

Der Fanclub „mittendrin-fc-koeln e.V.“ ist ein ganz besonderes Projekt. Dieser Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, sich für die Förderung von Menschen mit Behinderung, einzusetzen und ihnen im Besonderen die Teilnahme am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen und die Inklusion zu fördern. Ein spezielles Augenmerk liegt dabei auf der Förderung und Unterstützung von Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern.

Neben der Teilnahme und Organisation von kulturellen oder gesellschaftlichen Veranstaltungen steht natürlich auch der Sport und ganz besonders der 1. FC Köln im Mittelpunkt. Speziell durch die Zusammenarbeit mit anderen, ähnlich strukturierten Vereinen und Organisationen, wird das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung gefördert. Der 1. FC Köln unterstützt die Arbeit des Vereins auf vielfältige Weise, so auch durch die aktive und engagierte Fanbetreuung.

Im RheinEnergieStadion steht das Team von fans1991 speziell für die Fans mit Behinderung zur Verfügung. Als einer der Vorreiter in diesem Bereich sorgt die Fanbetreuung durch das Team der fans1991 dafür, dass sich Menschen mit speziellen Bedürfnissen vor und während des Spiels rundum wohlfühlen. Besonders wichtig ist dem engagierten Team, dass auch Menschen mit Behinderung „immer dabei“ sind und ganz selbstverständlich ein Teil der bunten und lebendigen Fangemeinschaft sind. Unterstützt wird diese Betreuung im Stadion zudem durch einen Fahrdienst, den Menschen mit und ohne Behinderung in Anspruch nehmen können

Darmstadt 98 – Fußball ist Anders

Die Förderabteilung des SV Darmstadt 1898 setzt sich seit Jahren für eine vielfältige Gesellschaft ein. Darüber hinaus steht für Menschen mit eingeschränkter Mobilität bei Heimspielen das Lilien-Fanmobil zur Verfügung. Dieser Fahrdienst steht sowohl Seniorinnen und Senioren als auch Menschen mit Behinderung zur Verfügung, damit diese einfach und unkompliziert ins Stadion und wieder zurückgelangen können.

Fußball überwindet alle Barrieren

Das zahlreiche und vielfältige soziale Engagement innerhalb der Fußball-Bundesliga setzt ein deutliches Zeichen gegen Ausgrenzung und Intoleranz. Fußball ist in erster Linie ein Mannschaftssport. Der Teamgedanke steht im Vordergrund und beim gemeinsamen Spiel ist kein Platz für Diskriminierungen. Barrieren überwinden ist das Motto, das für alle Fußballer*innen, ob auf dem Platz oder außerhalb des Stadions gleichermaßen gilt.