Auto | © Nick van der Ende/unsplash

Fahrzeuganpassungen für mehr Mobilität

Menschen mit Behinderung sind in ihrer Mobilität oft eingeschränkt. Durch den behindertengerechten Fahrzeugumbau können sie dennoch selbst am Straßenverkehr teilnehmen. Das Auto wird dabei ganz auf ihre Bedürfnisse angepasst – vom Einstieg bis zur Lenkung.

In der Automobilindustrie hat sich viel getan. Die Modellvielfalt der Hersteller ist beinahe unüberschaubar geworden. Auch die Zahl der Fahrzeuge für Menschen mit Behinderung hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

Individuelle Anpassungen für mehr Mobilität

Um mobil zu sein, muss man jedoch nicht unbedingt ein neues Auto kaufen. Der Fahrzeugumbau ist für Menschen mit Behinderung eine Alternative. Hierdurch können individuelle Anpassungen vorgenommen werden, die die selbstständige Fortbewegung im Alltag erleichtern. Zudem sind Fahrzeugumrüstungen oftmals günstiger als ein neues Auto.

Möglichkeiten bei der Fahrzeuganpassung gibt es heute viele. Von Ein- und Ausstiegshilfen bis hin zu Lenkhilfen steht heute ein breites Angebot zur Verfügung, um das Auto entsprechend den individuellen Bedürfnissen der Fahrerin oder des Fahrers einzurichten.

Rollstuhlfahrer*innen kann das Einsteigen beispielsweise über ein Rutschbrett erleichtert werden. Es verringert den Abstand zwischen Rollstuhl und Fahrersitz. Im ausgeklappten Zustand hat es etwa die Höhe der Rollstuhlsitzfläche und ragt aus dem Auto heraus. Anschließend können Verladehilfen den Rollstuhl verladen.

Autowerkstatt | © Oli Woodman/unsplash

In speziellen Werkstätten werden Fahrzeuge behindertengerecht umgebaut (Foto: Oli Woodman/unsplash).

Höhere Sicherheit durch technische Anpassungen

Einen Fahrzeugumbau behindertengerecht zu gestalten bedeutet auch, sicherheitsrelevante Fragen zu stellen. Wie viel Kraft hat die Fahrerin oder der Fahrer? Können Lenkung und Bedienelemente uneingeschränkt genutzt werden? Sind Kupplung und Gaspedal problemlos erreichbar?

Wenn eine Einschränkung gegeben ist, kann mit den Spezialist*innen für Umrüstungen offen darüber gesprochen werden. Sie können beraten, welche Lösung geeignet ist, um die Bedienung des Autos zu erleichtern und damit die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. So ist es beispielsweise möglich, eine besonders leichtgängige Servolenkung zu installieren, um den Kraftaufwand beim Lenken zu reduzieren. Ein Drehknopf am Lenkrad ermöglicht die Steuerung mit nur einer Hand und ergonomische Sitze sind dem Körper angepasst und bieten eine Entlastung für den Rücken.  

Ein Mann lenkt ein Auto | © Dan Gold/unsplash

Die Bedienung des Fahrzeugs kann beispielsweise durch eine leichtgängige Servolenkung erleichtert werden (Foto: Dan Gold/unsplash).

Auch für ältere Menschen interessant

Der behindertengerechte Umbau des Autos ist nicht nur für Menschen mit Behinderung interessant. Auch immer mehr ältere Menschen machen sich darüber Gedanken, mit welchem Fahrzeug sie im Alltag am besten zurecht kommen. Dabei kommt es ihnen weniger auf die Leistung des Autos an, sondern vielmehr auf ein gewisses Maß an Komfort, das ihnen spürbare Erleichterung bringt.

Viele ältere Menschen haben Probleme beim Einsteigen in ein Fahrzeug. Für sie können beispielsweise Einstiegshilfen zur Verfügung stehen. Eine Trittstufe kann geeignet sein, um älteren Menschen oder Menschen mit einer Gehbehinderung das Ein- und Aussteigen bei Fahrzeugen mit hohen Einstiegskanten zu erleichtern. Solche Trittstufen werden beispielsweise auch in öffentlichen Bussen verbaut.

Kostenübernahme des Umbaus

Mobilitätseingeschränkte Menschen haben bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen ein Anrecht auf einen Zuschuss der Kosten. Während die Kosten für einen Neuwagen oder ein gebrauchtes Auto meist nicht komplett übernommen werden, werden die Kosten für den Fahrzeugumbau in der Regel komplett von dem Kostenträger bezahlt.


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