Ein Stapel mit Euromünzen | © Ibrahim Rifath / unsplash

Die Ausgleichsabgaben für Unternehmen

Für private und öffentliche Unternehmen gilt: Ab mindestens 20 Beschäftigten ist ein Pflichtplatz für Menschen mit Behinderungen bereitzustellen. Wird dabei die gesetzlich vorgeschriebene Quote von fünf Prozent nicht erfüllt, ist eine Ausgleichsabgabe an das Integrationsamt zu entrichten.

Die Ausgleichsabgabe dient als Beitrag zur Integration von Menschen mit Behinderungen in die Arbeitswelt. Diese Abgaben fließen dabei ausschließlich in Förderprojekte, die integrative Unternehmen, Beschäftigte mit Behinderungen sowie Integrationsfachdienste unterstützen.

Welches Unternehmen muss welche Abgabe leisten?

Das Gesetz zur Beschäftigungspflicht (Paragraph 154 SGB IX) sowie zum Pflichtarbeitsplatz (Paragraph 160 Absatz 1 Satz 1 SGB IX) sieht vor, dass ab mindestens 20 Beschäftigten verpflichtende Arbeitsplätze für Menschen mit einer Behinderung bereitgestellt werden müssen. Der Richtwert ist hier fünf Prozent mal die genaue Anzahl der Beschäftigten, die im Jahresdurchschnitt im Unternehmen arbeiten.

Die Aufschlüsselung im Überblick:

  • Ein Pflichtplatz bei mindestens 20 bis maximal 39 Mitarbeiter*innen
  • Zwei Pflichtplätze bei mindestens 40 bis maximal 59 Mitarbeiter*innen
  • Drei und mehr Pflichtplätze bei mindestens 60 Mitarbeiter*innen, wobei dann Brüche von 0,5 aufzurunden sind

Unternehmen, die einen Menschen mit Behinderung ausbilden, können dafür zwei Pflichtplätze anrechnen. Wird der oder die Betroffene anschließend in ein festes Beschäftigungsverhältnis übernommen, besteht diese Regelung im ersten Jahr fort. 
War ein*e Arbeitnehmer*in zuvor in einer Werkstatt Menschen mit Behinderung (WfbM) untergebracht und erhält nun eine reguläre Stelle, so gelten hierfür sogar bis zu drei Pflichtplätze als besetzt.

Im Vordergrund liegen Stift sowie Papier, im Hintergrund ist unscharf eine Person zu sehen | © Scott Graham / unsplash

Die Berechnung der Ausgleichsabgabe erfolgt individuell vom Unternehmen (Foto: Ibrahim Rifath/unsplash).

Welche Ausgleichsabgaben werden ab 2021 fällig?

  • Unter zwei Prozent 360 Euro
  • zwischen zwei und unter drei Prozent 245 Euro
  • zwischen drei und unter fünf Prozent 140 Euro

Die Höhe der Ausgleichsabgabe berechnen die Unternehmen selbst

Hierzu stehen Ihnen das elektronische Anzeigeverfahren IW-Elan sowie verschiedene Vordrucke der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung. Die Meldung muss bis spätestens 31. März des Folgejahres abgegeben werden. Gleichzeitig wird die berechnete Ausgleichsabgabe an das zuständige Integrationsamt überwiesen.

Eine Bereicherung für jedes Unternehmen

Unternehmen, die Mitarbeiter*innen mit Behinderungen beschäftigen, leisten einen Beitrag zur Integration, der sich positiv auf das Unternehmen auswirken kann. Nicht nur in Form verringerter oder wegfallender Ausgleichsabgaben. Es trägt mitunter auch zum wirtschaftlichen Erfolg bei, da immer mehr Kund*innen auf Produkte von Unternehmen zurückgreifen, die sozial-verantwortlich handeln.

Der finanzielle Anreiz sollte jedoch nicht die einzige Motivation sein, Menschen mit einer Behinderung zu beschäftigen. Stattdessen ist es wichtig, die individuellen Fähigkeiten und Stärken jedes oder jeder Einzelnen zu betrachten und zu fördern. Richtig eingesetzt und punktuell unterstützt sind Mitarbeiter*innen mit Behinderung eine Bereicherung für jedes Unternehmen.


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