Sportgruppe | © Geert Pieters/unsplash

Bewegungstherapie

Bewegungstherapie dient der Erprobung der körperlichen Belastbarkeit im Hinblick auf die Belastungen und Anforderungen des Alltags. Bewegungstherapie kann dabei als ein Oberbegriff für therapeutische Verfahren verstanden werden, die auf körperlicher Bewegung und Bewegungsübungen aufbauen. Heutzutage ist Bewegungstherapie in fast allen Gesundheits- und Rehabilitationseinrichtungen im Einsatz.

Nach einer Eingangsuntersuchung wird ein gezieltes und an die individuellen Bedürfnisse des Menschen angepasstes Übungs- und Behandlungsprogramm angeschlossen. Dieses hat zum Ziel, die Selbständigkeit der Person in ihrem sozialen Umfeld nach einer Erkrankung oder Verletzung wieder aufzubauen, beziehungsweise zu erhalten.

Dieser Aufbau der körperlichen Leistungsfähigkeit trägt entscheidend zur Lebensqualität bei. Durchgeführt wird eine Bewegungstherapie in Kliniken, in neurologischen und geriatrischen Rehabilitations- oder Pflegeeinrichtungen, in Physiotherapie- und Ergotherapie-Praxen oder auch in Rehabilitationssportvereinen.

Ziele und Wirkungen

Bewegung macht Spaß und tut gut. In der Bewegungstherapie spielt der Leistungsgedanke keine übergeordnete Rolle. Das Miteinander und das bewusste Wahrnehmen der eigenen Person stehen im Mittelpunkt. Neben den psychosozialen Aspekten ist aber auch die Verbesserung von Körperfunktionen ein Ziel.

Zu den psychosozialen Zielen einer Bewegungstherapie gehören eine Verbesserung der Körperwahrnehmung, das Gewinnen von Vertrauen in den eigenen Körper, das Erkennen und die Akzeptanz von Leistungsgrenzen. Aber auch der Abbau von Spannungen, die Erhöhung von sozialen Kompetenzen und die Steigerung des körperlichen und psychischen Wohlbefindens werden in der Therapie erreicht.

Daneben hat Bewegungstherapie aber auch Einfluss auf die Körperfunktionen. So soll die körperliche Leistungsfähigkeit gesteigert werden. Bewegung kann auch helfen, Schmerzen zu verringern. Auch eine Motivation dauerhaft Sport und Bewegung in seinen Lebensalltag zu bringen und so langfristig die Gesundheit und Lebensqualität zu steigern, gehören dazu.

Mehrere Menschen machen Yoga | © Anupam Mahapatra/unsplash

Neben körperlichen Zielen stehen auch psychosoziale Ziele bei der Bewegungstherapie im Fokus (Foto: Anupam Mahapatra/unsplash).

Methoden der Bewegungstherapie

Bewegungstherapie ist ein Hauptbestandteil der Physiotherapie. Zur Bewegungstherapie zählen

  • Krankengymnastik
  • Manuelle Therapie
  • Medizinisches Aufbautraining und gerätegestützte Krankengymnastik
  • Atemtherapie

Individuelle Belastungsgrenze kennenlernen

Nebenwirkungen können dann auftreten, wenn Übende sich über ihre individuelle Belastungsgrenze beanspruchen. Um das zu verhindern, prüfen die Trainer*innen und Therapeut*innen die Auswirkungen der Belastung durch Kontrolle von Gewicht, Anzahl der Wiederholungen und Herzfrequenz.

Die Therapie sollte nicht beansprucht werden, wenn aufgrund einer Verletzung eine Ruhigstellung notwendig ist oder fieberhafte Infekte vorliegen. Wenn starke Schmerzen bei der Ausführung der Bewegungen auftreten sollten die Übungen geändert werden oder eine Pause der Therapie eingelegt werden.

Eine Trainerin kontrolliert eine Sportübung einer Frau | © Annie Spratt/unsplash

Trainer*innen können das richtige Ausführen von Übungen kontrollieren und bei Bedarf verbessern (Foto: Annie Spratt/unsplash).

Bewegungstherapie in der Pflege

Neben dem Einsatz in Kliniken, Rehabilitationseinrichtungen oder in Praxen kommt der Bewegungstherapie auch in der Pflege eine immer größere Bedeutung zu. Ob in Altenheimen oder in spezialisierten Einrichtungen für Intensivpflege – Bewegungstherapie spielt eine immer größere Rolle.

Erhaltende und prophylaktische Maßnahmen sind von großer Bedeutung. Bei schweren körperlichen Beeinträchtigungen ist Bewegungstherapie oft der einzige Weg, um Bewegungsmangel-Erscheinungen zu vermeiden. Aus diesem Grund wird Mobilität in der Pflege zunehmend als wichtige Maßnahme eingestuft.