Rettungswagen von vorne | © pixabay

Diabetisches Koma bei Überzuckerung (Hyperglykämie)

Überzuckerung oder Hyperglykämie bezeichnen einen zu hohen Blutzuckerspiegel. Extrem hohe Blutzuckerwerte können ein diabetisches Koma zur Folge haben. Ein diabetisches Koma ist eine durch Insulinmangel ausgelöste lebensgefährliche Stoffwechselentgleisung. Man spricht auch von einer hyperglykämischen Entgleisung.

Bei Diabetes kann nicht nur ein zu niedriger Blutzucker auftreten (Unterzuckerungsgefahr), sondern auch ein zu hoher. Dadurch kann ein diabetisches Koma ausgelöst werden. Es können zwei Formen unterschieden werden: Während sich das ketoazidotische Koma innerhalb weniger Stunden entwickeln kann und vorwiegend bei Diabetes Typ 1 auftritt, verläuft das hyperosmolare Koma eher schleichend – manchmal sogar über Tage hinweg - und kommt vorwiegend bei Diabetes Typ 2 vor.

Es handelt sich bei einem diabetischen Koma um eine Notfallsituation. Die Behandlung des diabetischen Komas erfolgt in der Regel auf der Intensivstation. Ohne Gegenmaßnahmen kann das diabetische Koma tödlich enden. Häufig führt erst die diabetische Ketoazidose zur Diagnose einer bisher unbekannten Diabeteserkrankung.

Ketoazidotisches Koma (Übersäuerungskoma)

Das lebensbedrohliche ketoazidotische Koma entwickelt sich aufgrund eines ausgeprägten Insulinmangels, weshalb davon vor allem Typ-1-Diabetiker*innen betroffen sind. Da bei Diabetes Typ 1 kein Insulin mehr produziert wird und die Glukoseverwertung unterbunden ist, versucht der Körper anderweitig Energie bereitzustellen. Vermehrter Fettabbau liefert dem Körper zwar Energie, gleichzeitig entstehen dabei sogenannte Ketonkörper (Stoffwechselprodukte). Da diese sauer sind und in einem sehr hohen Ausmaß produziert werden, sinkt der pH-Wert des Blutes.

Die ersten Symptome dieser Stoffwechselentgleisung sind Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, eine vertiefte und zwanghafte Atmung, Bewusstseinstrübung und -verlust sowie der Geruch nach Azeton in Atem und Urin.

Es kommt zu einer Übersäuerung (Azidose) des Organismus, die zum Koma führen kann. Das ketoazidotische Koma kann lebensbedrohlich sein. Patient*innen müssen so schnell wie möglich ins Krankenhaus gebracht und auf einer Intensivstation behandelt werden.

Hyperosmolares Koma (Austrocknungskoma)

Das hyperosmolare Koma tritt in erster Linie bei unbehandeltem beziehungsweise unerkanntem Typ-2-Diabetes auf - vor allem bei älteren Personen mit einer massiven Insulinresistenz. Bei Diabetes Typ 2 kommt es vor, dass die Insulinsekretion gerade noch ausreicht, den Fettabbau zu hemmen, nicht jedoch dazu, die Produktion von Glukose in der Leber zu unterdrücken. Es kommt zu einer starken Erhöhung des Blutzuckerspiegels (häufig über 1000 mg/dl) im Blut, was zu einer massiven Zuckerausscheidung über den Urin und damit zu einem starken Flüssigkeitsverlust führt.

Die ersten Symptome von hyperosmolarem Koma sind unspezifisch und entwickeln sich schleichend. Mögliche Anzeichen sind unter anderem Abgeschlagenheit, verstärkter Harndrang, Sehprobleme, Wadenkrämpfe und Gewichtsverlust. Bleibt die Stoffwechselentgleisung unbehandelt, wird der Verlauf immer schwerwiegender und führt zu akutem Kreislaufzusammenbruch mit Nierenversagen. Eine sofortige intensivmedizinische Behandlung ist nötig.