Drei Frauen umarmen sich | © Becca Tapert/unsplash

Multiple Sklerose – Wer ist betroffen?

Frauen erkranken etwa doppelt so häufig an Multipler Sklerose wie Männer. Auch Auffälligkeiten in der geographischen Verteilung konnten festgestellt werden, Erklärungen dafür jedoch bisher nur vermutet werden.

Weltweit sind etwa 2,5 Millionen Menschen an Multiple Sklerose (MS) erkrankt. Laut der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft leben rund 250.000 Betroffene in Deutschland. Die Krankheit beginnt meist im jungen Erwachsenenalter – zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr – und selten bei Kindern und älteren Menschen.

Mehr MS-Erkrankungen in der nördlichen Hemisphäre

MS kommt häufiger in Mittel- und Nordeuropa vor, seltener dagegen in Südeuropa und Afrika. Die Häufigkeit ist je nach Region unterschiedlich und tendenziell höher in den wirtschaftlich entwickelten Ländern. Diese Unterschiede sind jedoch noch nicht geklärt.

Zudem sind Frauen etwa doppelt so häufig von MS betroffen wie Männer. Der Grund dafür ist trotz intensiver Forschung aber bisher nicht bekannt. Neueste Erkenntnisse weisen darauf hin, dass der hohe Testosterongehalt  Männer vor MS schützen könnte.

Die Forschung hat große Fortschritte gemacht, aber die genauen Ursachen für die Multiple Sklerose sind bis heute nicht bekannt. Man nimmt an, dass die erhöhte Reaktionsbereitschaft des Immunsystems dadurch zustande kommt, dass Faktoren aus der Umwelt, wie beispielsweise Viren oder Bakterien, auf Menschen mit empfänglicher genetischer Veranlagung treffen.

Mikroskop | © Misael Morena/unsplash

Trotz intensiver Forschung sind die genauen Ursachen einer MS-Erkrankung nicht bekannt (Foto: Misael Morena/unsplash).

Keine klassische Erbkrankheit

Sehr selten häufen sich MS-Fälle innerhalb einer Familie. Die Multiple Sklerose ist keine Erbkrankheit im klassischen Sinne. Es konnten jedoch eine Reihe von genetischen Variationen identifiziert werden, die bei Betroffenen häufiger als in der Gesamtbevölkerung auftreten. Es ist höchst wahrscheinlich, dass nicht die Krankheit selbst vererbt wird, sondern nur eine Veranlagung dazu.

Kinder und Geschwister von MS-Betroffenen haben im Vergleich zu anderen Personen ein gering erhöhtes Risiko, an MS zu erkranken. Aus diesen Überlegungen und aus medizinischer Sicht spricht grundsätzlich nichts dagegen, mit der Diagnose MS Kinder zu bekommen.

Der Schwerpunkt der aktuellen Forschung liegt im Bereich der Neuroimmunologie. In diesem Forschungsgebiet werden die Zusammenhänge zwischen dem Immunsystem und dem Nervensystem untersucht. Ob das Immunsystem primär bei Beginn der Erkrankung oder sekundär – als Folge einer unbekannten Schädigung – „falsch“ aktiviert wird, ist bislang nicht sicher zu beantworten.


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