Eine Frau fährt Fahrrad | © pixabay

Höhere Lebensqualität durch Endoprothesen

Gelenkerkrankungen können die Lebensqualität schwer beeinträchtigen. Viele Betroffene leiden unter chronischen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Ein künstlicher Gelenkersatz durch eine Endoprothese kann Abhilfe schaffen.

Je nach Art und Ausmaß der Gelenkschäden kommen verschiedene Prothesentypen zum Einsatz, in vielen Fällen wird dadurch eine deutliche Besserung der Beschwerden sowie eine weitgehende Schmerzfreiheit erreicht.

Ein künstlicher Gelenkersatz wird als Endoprothese bezeichnet. Die Prothesen bestehen aus Metall, Keramik oder Kunststoff – teilweise auch aus einer Kombination der Materialien.  In Deutschland werden jährlich über 400.000 künstliche Gelenke eingesetzt. Am häufigsten werden künstliche Hüft- und Kniegelenke eingesetzt, aber auch künstliche Schultergelenke und Endoprothesen der Sprunggelenke und Ellenbogen sind möglich.

Notwendigkeit der Endoprothesen

Am häufigsten machen degenerative Erkrankungen wie Arthrosen oder altersbedingter Verschleiß den künstlichen Ersatz eines Gelenks nötig. Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung nehmen diese Beschwerdebilder in allen westlichen Industrieländern zu.

Doch auch Unfälle, Tumore oder angeborene Gelenkfehlstellungen können Gelenke so schwer schädigen, dass der Ersatz durch eine Endoprothese empfohlen wird. Chronische Entzündungen in den Gelenken, wie beispielsweise rheumatoide Arthritis können auch zu einer Gelenkzerstörung und der Überlegung eines Gelenkersatzes führen.

Eine Frau hat ihre Hand auf ihr Knie gelegt | © Anna Auza/unsplash

Endoprothesen werden am häufigsten als künstliche Hüft- und Kniegelenke eingesetzt (Foto: Anna Auza/unsplash).

Der Trend geht zum Teilersatz

Die Endoprothetik setzt sich mit dem medizinischen Handwerk des Gelenkaustausches auseinander. Schadhafte Gelenke oder Teile davon werden ersetzt und verbleiben auf Dauer im Körper. Je nach Ausmaß der Schädigung kann eine sogenannte Totalendoprothese (TEP) oder eine Hemi-Endoprothese (HEP), auch Teilendoprothese genannt, verwendet werden.

Bei einer Teilendoprothese handelt es sich um einen Teilgelenkersatz, weil nur die geschädigten Gelenks- oder Knorpelanteile ersetzt oder überkront werden. Gesunde Anteile bleiben bestehen, so kann häufig eine bessere Bewegungsfähigkeit und eine längere Haltbarkeit der Prothese erreicht werden - gerade für jüngere Patient*innen ein großer Vorteil.

Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis

Je nachdem, wo das künstliche Gelenk eingesetzt wird und wie erfolgreich das Behandlungsergebnis ist, haben Menschen mit einer Endoprothese einen Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis. Dafür muss der Grad der Behinderung über 50 betreffen.

In der Regel wird der Grad der Behinderung bei Endoprothesen niedriger eingeschätzt. Bei beidseitiger Endoprothese im Hüftgelenk liegt dieser beispielsweise bei wenigstens 20. Bei der Einschätzung des Grad der Behinderung wird zwischen einseitigen und beidseitigen Endoprothesen unterschieden und zwischen Total- und Teilendoprothesen.

Zwei ältere Personen stehen vor einem Haus und unterhalten sich | © Christina Gottardi/unsplash

Aufgrund von Schmerzen und Bewegungseinschränkungen werden immer häufiger Endoprothesen eingesetzt (Foto: Christina Gottardi/unsplash).

Physiotherapie nach der Operation

Nach der Operation wird in der Regel bereits im Krankenhaus eine Physiotherapie begonnen. Schrittweise wird die Muskulatur wieder aufgebaut und die Beweglichkeit des Gelenks hergestellt. Anschließend findet meist eine mehrwöchige Rehabilitation statt. Dies kann sowohl ambulant, als auch in einer Reha-Klinik erfolgen.

Auch wenn die verwendeten Materialien und Operationsmethoden immer besser werden, lässt sich der Erfolg eines Gelenkersatzes leider nicht vorhersagen. Während manche Träger*innen der Endoprothesen etwa ohne Probleme Sport betreiben können, bleiben bei anderen gewisse Bewegungseinschränkungen bestehen.