Eine ältere Frau und ein älterer Mann blicken über eine Obstplantage | © Christian Bowen/unsplash

Arthrose – Was ist das und welche Behandlungsoptionen existieren?

Etwa 5 Millionen Menschen in Deutschland haben Arthrose. Die schmerzhafte Gelenkerkrankung führt zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Mit der richtigen Behandlung können Schmerzen gelindert und Bewegungsmöglichkeiten zurück gewonnen werden.

Die Arthrose ist eine typische degenerative Rheuma-Erkrankung. Rheuma ist ein weit gefasster Sammelbegriff, hinter dem sich rund 200 Krankheitsbilder verstecken. Arthrose bezeichnet den Gelenkverschleiß, der über das normale, alterstypische Maß hinausgeht. Gelenkschmerzen und ein anfängliches Steifheitsgefühl in den Gelenken sind mögliche Folgen.

Ursache dafür sind häufig höhere Belastungen über einen längeren Zeitraum. Diese können beispielsweise durch ein zu hohes Körpergewicht entstehen, aber auch durch intensive sportliche Betätigung oder Fehlstellungen der Gelenke.

Entstehung der Arthrose

Erste Anzeichen einer Arthrose ist die stetig dünner werdende Knorpelschicht, die auch als Sklerosierung bezeichnet wird. Im weiteren Verlauf verringert sich der Knorpel durch die starke Abnutzung und kann schließlich vollständig verschwinden. Dann können auch die Gelenkkapsel und die Innenhaut sowie die das Gelenk umgebende Muskulatur Schaden nehmen. Die Folgen sind eine Einschränkung der Beweglichkeit des Gelenks bis hin zur Versteifung, schwere Entzündungen, die Schmerzen verursachen und Deformierungen des Gelenks, die ebenfalls schmerzhaft sein können.

Die Symptome sind also sehr unterschiedlich von Fall zu Fall. In einem frühen Stadium, wenn die Schädigung des Gelenks auf einem Röntgenbild bereits deutlich zu erkennen ist, müssen nicht immer schon Beschwerden auftreten. Es kann aber auch sein, dass Betroffene schon starke Schmerzen haben, während die Arthrose noch kaum zu erkennen ist.

Erste Anzeichen der Arthrose

Die Vorstufe der Arthrose kann zum Beispiel durch einen Bänderriss oder durch einen Schaden am Meniskus entstehen. In der Folge dieser Verletzung nutzt sich der Knorpel des entsprechenden Gelenks stärker ab als vorher und der Prozess der Abnutzung kommt in Gang. Die Struktur des Knorpels verändert sich dahingehend, dass er verhärtet oder sich verdichtet. Der Knorpel insgesamt wird immer dünner, dies geschieht oft unbemerkt.

Ein Sportler dehnt sich | © Alora Griffiths/unsplash

Die höhere Belastung aufgrund von längerer intensiver sportlicher Betätigung kann eine Ursache für Arthrose sein (Foto: Alora Griffiths/unsplash).

Schubweises Auftreten der Arthrose

Oft erleben Betroffene durch eine besondere Belastung zum Beispiel beim Sport oder bei schwerer Arbeit ein erstes Mal Schmerzen. Diese vergehen meistens durch eine kurze Schonfrist, treten dann aber nach Wochen oder Monaten wieder schubweise auf. Die Beschwerden werden mit dem sich stets weiter zurückbildenden Knorpel immer stärker.

Oft bilden sich im Knochen, der nun nicht mehr durch den Knorpel geschützt ist Zysten. Zysten sind Hohlräume im Gewebe, die mit einer Flüssigkeit gefüllt sind. Die Arthrose wirkt sich nun langsam auch rund um das Gelenk herum aus. Die betroffene Person nimmt unbewusst eine schonende Haltung ein, wodurch die Muskeln und Sehnen rund um das Gelenk stärker belastet werden und bald auch Schmerzen verursachen.

Dauerhafte Schmerzen im späten Stadium

Das späte Stadium einer Arthrose zeigt sich dadurch, dass sich das Gelenk verformt und der Knorpel fast vollständig verschwunden ist. Die Beweglichkeit ist herabgesetzt und es entstehen dauerhafte Schmerzen, nicht nur bei der Bewegung, sondern auch im Ruhezustand des Gelenks. Zu den Symptomen gehören oft auch Entzündungen, die zusätzliche Schmerzen verursachen.

Die Betroffenen finden wegen der Schmerzen oft keinen erholsamen Schlaf mehr und benötigen Schmerzmittel, um sich fortbewegen zu können. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die Arthrose eines oder mehrere Beingelenke betrifft. Bei den meisten Betroffenen sind die ersten Bewegungen am Morgen besonders schmerzhaft. Man spricht von Anlaufschmerzen, die sich nach einigen Bewegungen ein wenig abmildern. Meist verläuft die Arthrose insgesamt eher schubartig, wobei es Phasen mit starken und Phasen mit weniger starken Beschwerden gibt. 

Ein Arzt betrachtet ein Röntgenbild | © Jonathan Borba/unsplash

Arthrose wird mithilfe von körperlichen Untersuchungen, Röntgenbildern und Magnetresonanztomografie diagnostiziert (Foto: Jonathan Borba/unsplash).

Behandlung

Es gibt keine Heilung der Arthrose. Im Grunde sind nur vorbeugende Maßnahmen sinnvoll. Wenn die Arthrose erst einmal fortgeschritten ist, kann die Medizin den Knorpel nicht zurückbringen. Allerdings gibt es mehrere Behandlungsmethoden zur Linderung der Beschwerden. Dabei muss jeder Fall individuell betrachtet werden.

Die Therapie setzt bei der Bekämpfung von akuten Entzündungen an, die starke Schmerzen verursachen können. Auch Bandagen und Gelenkpunktion können Linderung verschaffen. Vielfach hilft es, Kortison zu spritzen oder eine Schmerztherapie mit Rheumamitteln zu starten. Knorpelaufbaumittel, sogenannte Chondroprotektiva können eine Therapie darstellen. Sie schützen den noch bestehenden Knorpel, ihre Wirksamkeit ist jedoch umstritten und es wird bezweifelt, ob sie in der Lage sind, den Körper zum Aufbau von neuem Knorpel animieren können.

Operative Verfahren bei fortgeschrittener Arthrose

In einem fortgeschrittenen Stadium der Arthrose kann ein Gelenkersatz erforderlich sein. Dann wird die Endoprothese in einer Operation implantiert und individuell angepasst. Betroffene können meist schon am Tag nach der Operation mit der Frühmobilisation beginnen und das neue künstliche Gelenk belasten. Sie empfinden den Gelenkersatz oft als Gewinn an Lebensqualität, weil sie nun keine Schmerzen mehr haben und deutlich an Bewegungsumfang hinzugewinnen.

Knie- und Hüftgelenksersatz sind weit verbreitet. In Deutschland werden jährlich zirka 200.000 künstliche Hüftgelenke eingesetzt. Entsprechend häufig werden derartige Operationen an deutschen Kliniken durchgeführt. Die Risiken gelten allgemein als eher gering. Dennoch sollte man die Möglichkeiten einer Behandlung mit den Fachärzt*innen seines Vertrauens besprechen.


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