Parkinson – zwischen Starre und Zittern

Parkinson gehört zu den häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Durch die Krankheit werden vor allem die Beweglichkeit und der Bewegungsablauf der Betroffenen gestört. Heilbar ist Parkinson nicht, aber die Symptome können gelindert und die Lebensqualität verbessert werden.

Der englische Arzt, Apotheker und Paläontologe Dr. James Parkinson benannte die Krankheit erstmals 1817. Er bezeichnete sie als „Schüttellähmung“, da er bei vielen erkrankten Personen einen auffälligen Ruhetremor (Tremor ist lateinisch und heißt Zittern) beobachtete. Doch ist Parkinson (auch „Parkinson-Syndrom“ oder „Morbus Parkinson“ genannt) mit mehr verbunden als nur einem Zittern in den Händen.

Die Ursachen hinter Parkinson

Die genaue Ursache für das Parkinson Syndrom ist trotz intensivster Forschung bislang noch nicht geklärt. Eine Vererbung der Krankheit ist möglich, aber äußerst selten. Darüber hinaus ist Parkinson nicht ansteckend und es gibt auch keine Hinweise, dass sie von einem Virus oder einer Infektion verursacht wird.

Eindeutig nachgewiesen ist jedoch, dass es im Verlauf der Krankheit zu einem schnelleren Absterben von Nervenzellen in einem Teil des Gehirns, der Substantia nigra (Schwarze Substanz), kommt. Hierbei handelt es sich um einen Bereich, der zu dem Basalganglien-System gehört und im Mittelhirn verortet ist.

Ein Mann geht auf der Straße mit Hilfe von zwei Stöcken | © unsplash

Domamin-Mangel führt zu einer immer stärker werdenden Versteifung der Muskulatur (Foto: unsplash).

Ein zentraler Botenstoff verschwindet: Dopamin

Die Substantia nigra produziert spezielle Zellen, die zum Streifenkörper (Corpus striatum) weitergeleitet werden. Dort setzen sie Dopamin frei – ein essentieller Botenstoff, der Signale beziehungsweise Impulse von einer Nervenzelle zur nächsten überträgt. Diese Impulse werden vom Streifenkörper in die Hirnregionen gesendet, die direkt mit der Koordination der Muskelbewegungen zusammenhängen.  

Durch eine Abnahme des Dopamins werden kaum mehr Signale korrekt übertragen. Infolgedessen kommt es zu einer immer stärker werdenden Versteifung der Muskeln und zu einer Verlangsamung der Beweglichkeit sowie der Bewegungsabläufe.

Die Krankheitssymptome entwickeln sich schleichend und lassen sich in ihrem Anfangsstadium kaum erkennen. Es kann Jahre dauern, bis sich die Symptome deutlich zeigen und die Krankheit erkannt wird.

Welche Symptome treten bei Parkinson auf?

Die Haupt-Symptome:

  • Bewegungsarmut und -verlangsamung (Akinese)
  • Zittern (Tremor)
  • Muskelsteifheit (Rigor)
  • Gang- oder Gleichgewichtsstörungen
  • Gekrümmte Körperhaltung

Weitere mögliche Beschwerden:

  • Depressionen
  • Herz-Kreislauf-Fehlregulationen mit Schwindel und Blutdruckschwankungen
  • Verdauungsstörungen sowie Störungen des vegetativen Nervensystems
  • Verlangsamte Denkabläufe
  • Impotenz
  • Schlafstörungen
  • Sprachschwierigkeiten
  • Demenz

Diesen typischen Parkinson-Symptomen können im Vorlauf über mehrere Jahre hinweg unspezifische Symptome vorausgehen. Dazu gehören Persönlichkeitsveränderungen verschiedenster Art wie Depressionen, gesellschaftlicher Rückzug, zwanghaftes Verhalten, Missempfindungen oder Schmerzen im Nacken- oder Rückenbereich, an Armen oder Beinen, sowie schnelle Ermüdung, plötzlich auftretende Ungeschicklichkeit und Beeinträchtigung des Geruchssinns.

Diagnose Parkinson

Ein häufig angewandtes Verfahren zur Diagnose von Parkinson ist der sogenannte Levodopa-Test (L-Dopa-Test). Levodopa ist eine Vorstufe von Dopamin. Bei den Tests wird Betroffenen L-Dopa verabreicht. Verbessern sich deren Symptome danach, ist dies ein Hinweis auf eine mögliche Parkinson-Erkrankung, aber noch keine endgültige Diagnose.

Mit der Computertomographie und/oder der Kernspintomographie müssen zusätzlich andere Erkrankungen, wie Schlaganfälle oder Tumore ausgeschlossen werden. Besonders herausfordernd ist die Abgrenzung von einem breiten Spektrum anderer möglicher Krankheiten, die sich im frühen Stadium nur schwer von Parkinson unterscheiden lassen.

Eine ländliche Idylle, die einen Baum auf einer Koppel zeigt | © unsplash

Moderne Therapie und Medikation beeinflussen den Krankheitsverlauf positiv (Foto: pixabay).

Ein Leben mit Parkinson

Nach wie vor ist Morbus Parkinson nicht heilbar. Daher liegt der Fokus auf der Verringerung der Symptome und der Linderung der Beschwerden. Mit der richtigen Therapie und passender Medikation kann der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden. Zusätzlich kann eine Kombination aus Bewegung und eine gesunde Ernährung ebenfalls zur Linderung beitragen.

Das Parkinson Syndrom hat aber keine eingeschränkte Lebenserwartung zur Folge.

Chronische Erkrankung

Je nach Verlaufsform der Krankheit kann es von einer minimalen bis hin zu einer starken Behinderung im privaten wie auch im beruflichen Alltag kommen. Durch die oftmals schwerwiegende Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität und verminderte Erwerbsfähigkeit können Betroffene daher einen Schwerbehindertenausweis  beantragen.