Modell einer Gehirnhälfte | © Robina Weermeijer/unsplash

Epilepsie: Verschiedene Formen und ihre Symptome

Weltweit sind zirka 5 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal im Leben von einem epileptischen Anfall betroffen. Doch was genau ist Epilepsie, welche Symptome sind bekannt und welche Formen unterscheidet man?

Je nachdem, welcher Bereich des Gehirns bei einem epileptischen Anfall betroffen ist, spricht man von einem fokalen oder generalisierten Anfall. Ausgehend von einem Bereich im Gehirn breitet sich ein fokaler Anfall auf eine Gehirnhälfte aus. Bei einem generalisierten Anfall dagegen breiten sich die Entladungen von Nervenzellen anschließend über das gesamte Gehirn aus. Abhängig von dem betroffenen Bereich des Gehirns bei einem Anfall, äußern sich auch die Symptome. Die generalisierten Anfälle werden in verschiedene Formen eingeteilt. Zu den am häufigsten auftretenden Formen gehören:

Absencen (Petit-Mal-Epilepsie)

Bei Absencen kommt es zu sekundenlangen Bewusstseinsstörungen. Die Betroffenen sind nicht ansprechbar und haben einen starren, leeren Blick. Eventuell können schwache Muskelzuckungen auftreten und eine Erinnerungslücke kann bei Betroffenen entstehen. Absencen kommen bei Klein- und Schulkindern am häufigsten vor, werden mit zunehmendem Alter aber seltener.

Myoklonische Anfälle

Myoklonische Anfälle sind gekennzeichnet durch plötzliche, kurze Zuckungen einzelner Muskelgruppen, manchmal auch aller Muskeln, wobei die Betroffenen meist bei Bewusstsein sind. Der myoklonische Anfall dauert oft einige Sekunden. Die Stärke ist sehr unterschiedlich und die Anfälle können in jedem Lebensalter auftreten.

Tonischer Anfall

Bei einem Tonischen Anfall kommt es zu einer Verspannung der Muskeln, meist am Rücken und an Armen und Beinen. Der Anfall dauert oft  nur einige Sekunden und tritt während dem Schlaf auf. Die Betroffenen sind häufiger Kinder und Säuglinge, selten auch Erwachsene.

Atonischer Anfall

Bei einem Atonischen Anfall stellt sich bei Betroffenen ein vorübergehender Verlust des normalen Muskeltonus ein. Die Muskelspannung lässt plötzlich nach, wodurch Betroffene stürzen oder unbeabsichtigt mit dem Kopf nicken.

Grand-Mal-Epilepsie

Der generalisierte tonisch-klonische Krampfanfall (Grand-Mal-Epilepsie) ist der bekannteste, wenn auch nicht häufigste Anfall. Der tonische Anfall geht mit einem Bewusstseinsverlust der Betroffenen einher. Die Arm-, Bein- und Rumpfmuskulatur versteift, die Augen sind verdreht und das Gesicht verzerrt. Ein Kieferkrampf kann zu Bisswunden an der Zunge, Backen oder Lippen führen. Es kommt zu Atemaussetzern und möglichem Sauerstoffmangel.

Nach zehn bis 30 Sekunden folgt die klonische Phase mit Zuckungen in Armen und Beinen und einem gesteigerten Speichelfluss. Die Dauer des Anfalls beträgt meist ein bis zwei Minuten. Nach einer kurzen Phase der Bewusstheit fällt der Patient in einen tiefen Schlaf. Nach dem Aufwachen können sich Patienten an den Anfall nicht erinnern und klagen über Muskelkater und Kopfschmerzen.

Status epilepticus

Als Status epilepticus wird ein Anfall bezeichnet, der länger als fünf Minuten anhält. Auch rasch aufeinander folgende Anfälle, bei denen sich die Betroffenen zwischenzeitlich nicht erholen können, werden als Status epilepticus charakterisiert. Ein Status epilepticus mit Krampfanfällen ist ein lebensbedrohlicher Notfall und muss sofort behandelt werden.