Stammzellen

Stammzellen dienen als Baumaterial des menschlichen Körpers. Besonders die regenerative Medizin sieht großes Potenzial in den Stammzellen und der Sicherung dieser aus dem Nabelschnurblut.

Als Baumaterial und Nachschub des menschlichen Körpers gehören Stammzellen zu den wichtigsten Einheiten bei Erneuerungs- und Reparaturprozessen des menschlichen Körpers. Die meisten Stammzellen befinden sich im Knochenmark, also im Zentrum großer Knochen. Die sich teilenden und vermehrenden Stammzellen helfen bei der Gesunderhaltung und regenerieren verbrauchtes oder verletztes Gewebe im Körper. Jeder Mensch kann ein Leben lang auf den ständigen Einsatz der Stammzellen zählen.

Stammzellen für verschiedene Zelltypen

Die Stammzellen sind für unterschiedliche Zelltypen zuständig. So gibt es unter anderem Stammzellen für menschliche Organe, Blut und Haut. Erkrankungen und Umwelteinflüsse können den mit uns alternden Stammzellen schaden, weshalb die Regeneration von zum Beispiel Herz, Gehirn und Augen eingeschränkt ist. Blut und Haut können dagegen oft bis ins hohe Alter gut repariert werden.

Die Stammzellen sind für viele Ärzt*innen und Wissenschaftler*innen von großer Bedeutung, da sie durch die Stammzelltherapie zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden können und so als medizinische Hoffnungsträger gelten.

Im Labor werden Proben in Flaschen gefüllt

Stammzellen aus Nabelschnurblut lassen sich problemlos sichern und einlagern (Foto: unsplash).

Stammzellen aus Nabelschnurblut

Ganz besonders wertvoll sind die sehr jungen Stammzellen, die sich im Nabelschnurblut befinden. Diese haben den Vorteil, dass sie noch keine Gewebe-Spezialisierung haben und daher bei allen Zelltypen des Körpers eingesetzt werden können. Hinzu kommt, dass Stammzellen aus Nabelschnurblut nicht durch Umwelteinflüsse belastet wurden und sehr teilungsfähig sind. Nabelschnurblut-Stammzellen lassen sich problemlos sichern und einlagern.

Nach der Abnabelung bleiben diese Stammzellen in der Nabelschnur zurück und sind verloren. Allerdings kann man das Nabelschnurblut in einer Datenbank für Stammzellen einlagern und so für eine mögliche spätere Behandlung sichern. Das ist vor allem mit Blick auf die intensive Forschungstätigkeit und die bereits heute erreichten Erfolge sinnvoll.

Nabelschnurblut gilt als ethisch unbedenklich, da es erst nach der Geburt des Kindes entnommen wird. Die Forschung mit embryonalen Stammzellen dagegen ist umstritten.

Eigene Stammzellen sind am besten

Eigene Stammzellen werden vom Immunsystem am besten vertragen. Bei fremden Stammzellen kommt es häufig zu Abstoßungsreaktionen. Diese müssen mit Medikamenten behandelt werden, die das Immunsystem unterdrücken, was mit erheblichen Nebenwirkungen und Belastungen verbunden ist.