Burnout – Ursachen, Symptome und Behandlung

Kaum eine seelische Beeinträchtigung hat in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit erzeugt wie das Burnout-Syndrom. Eine Krankheit nach Definition als solche, ist Burnout nicht – zu diffus sind die Krankheitsbilder, zu verschieden die Symptome. Nichtsdestotrotz erkranken immer mehr Menschen daran.

Skispringer Sven Hannawald, Autor Frank Schätzing, Publizistin Miriam Meckel, SPD-Politiker Matthias Platzeck – die Reihe von öffentlich bekannten Personen, die an Burnout (dt. „ausbrennen“) gelitten haben ist lang. Die Namen tun nichts zur Sache, bringen das Thema aber der Gesellschaft näher – einer Gesellschaft die selbst immer häufiger von Burnout, Erschöpfung, Depression betroffen ist – mit den entsprechenden Folgen für den Arbeitsmarkt, für den Gesundheitsbereich und die Krankenversicherung.

Enormer Anstieg von psychischen Krankheiten

In Deutschland sind psychische Krankheiten eine der häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeitstage. Der Gesundheitsreport des Gesundheitsdienstleisters DAK berichtete im Gesundheitsreport für 2019 einen Anstieg um 10 Prozent zum Vorjahr. Etwa jeder fünfte Ausfalltag ist auf psychische Erkrankungen zurückzuführen. Somit sind psychische Erkrankungen mit 17 Prozent des Gesamtkrankenstandes die zweithäufigste Ursache für Ausfalltage.

Schwierige Diagnose

Ist heute von psychischen Krankheiten die Rede, fällt schnell der Begriff „Burnout“. So einfach und einprägsam das Wort ist, so schwierig ist letztendlich die Diagnose einer Krankheit, die als solche gar nicht existiert.

Die International Classification of Disorders führt zwar den Begriff Burnout, allerdings nicht als eigentliche Krankheit, sondern als sogenanntes Zustandsbild unter dem Oberbegriff „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“.

Eine Frau steht mit gesenktem Blick in einer Bibliothek. Bücher fliegen um sie herum.

Der immer hektischer werdende berufliche und private Alltag fordert seinen Tribut (Foto: pixabay.com).

Wissenschaftliche Definition

Der 1999 verstorbene deutsch-amerikanische Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger hat den Begriff Burnout geprägt und in den 1970er-Jahren erstmals in einer Publikation verwendet.
Freudenberger betrachtet Burnout als einen Zustand der Erschöpfung und Frustration, verursacht durch unrealistische Erwartungen. Er definiert Burnout als einen Energieverschleiß, eine Erschöpfung aufgrund von Überforderungen, die von innen oder von außen – durch Familie, Beziehung, Arbeit, Freunde, Wertesysteme oder die Gesellschaft kommen kann und einer Person Energie, Bewältigungsmechanismen und innere Kraft raubt.

Burnout ist ein Gefühlszustand, der begleitet ist von übermäßigem Stress, und der schließlich persönliche Motivationen, Einstellungen und Verhalten beeinträchtigt.

Weit mehr als eine „Managerkrankheit“

Burnout wird in erster Linie mit der Intensivierung der Arbeitswelt und den Anforderungen der globalisierten Gesellschaft in Verbindung gebracht und wurde lange Zeit als „Managerkrankheit“ bezeichnet. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass jedes Individuum mit Stressfaktoren anders umgeht. Burnout ist jedoch längst mehr als die erwähnte „Managerkrankheit“.

Immer mehr Arbeitende leiden unter hoher Arbeitsbelastung, Zeitdruck, wachsender Verantwortung bei möglicherweise wenig Unterstützung, Mobbing und der Angst vor einem Arbeitsplatzverlust.

Treffen kann es jede und jeden – besonders gefährdet sind Menschen, bei denen intensive Beziehungen zu anderen Menschen im Mittelpunkt stehen, wie zum Beispiel Manager*innen in der mittleren Führungsstufe, Lehrpersonal, Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal oder aber auch Personen aus der Politik.

Verstärkt wird der Druck durch eine andauernde Erreichbarkeit über Mail, Smartphone oder Tablet-PC und begleitend dazu der Umgang mit Social Media, der ebenfalls gelernt sein will.
Stärker als Männer sind Frauen von Burnout betroffen. Sie kommen mit der oftmals vorhandenen Doppelbelastung Beruf und Mutter, gepaart mit zu hohen Ansprüchen an sich selbst, an die Grenze der Belastbarkeit.