Zwei Teams spielen sitzend Volleyball. Drei Spieler einer Mannschaft versuchen den Ball zu blocken. Im Hintergrund sind die Zuschauerränge eines Stadion zu sehen. | © Andi Weiland/ Gesellschaftsbilder.de

Volleyball – ein Teamsport für alle

Volleyball spielen mit Behinderung? Kein Problem, schließlich steht ein ganzes Team auf dem Feld getreu dem Motto: eine*r für alle, alle für eine*n! Es können dabei Volleyballer*innen ohne Behinderung mit Sportler*innen mit Behinderung spielen. In höheren Ligen jedoch, zum Beispiel in der deutschen Nationalmannschaft der Behinderte, spielen ausschließlich Menschen mit Behinderung.

Standvolleyball: Leistungs- und Freizeitsport

Ob leistungs- oder freizeitorientiert: Standingvolleyball ist eine Sportart, die Sportler*innen mit Behinderung lernen und spielen können. Wie Volleyballer*innen ohne Behinderung müssen sie beim Standvolleyball die Techniken Baggern, Pritschen, Schmetterschlag oder Block zunächst erlernen. Auch spezielle Fertigkeiten, wie zum Beispiel eine angepasste Absprungtechnik für Prothesenträger*innen, können im Training eingeübt und perfektioniert werden.

Erfahrung und Teamgeist zählen

Gerade Volleyball ist eine Sportart, in der Erfahrung und Teamgeist zählen. Es geht nicht immer darum, die schnellste Person auf dem Feld zu sein, sondern die Ballflugkurve rechtzeitig zu erfassen (zu antizipieren), die Taktik der Gegenspieler*innen zu durchschauen, die Lücken zu erkennen und entsprechend zu agieren.

Schnell und groß bedeutet also nicht immer gleich gut und erfolgreich. Denn jede*r Spieler*in hat Stärken und Schwächen. Teamgeist ist gefragt!

Spielregeln

Standvolleyball wird nach den bekannten Volleyballregeln gespielt – und hat nichts mit Herumstehen auf dem Feld zu tun. Diese Bezeichnung verdeutlicht nur den Unterschied zum Sitzvolleyball, bei dem die Sportler*innen auf dem Boden sitzen.

Beim Standvolleyball ist das Feld 9 x 9 Meter groß, das Netz entsprechend hoch und bei internationalen Wettkämpfen wird in drei Kategorien von Behinderungsgraden eingeteilt. In der A-Kategorie sind Spieler*innen mit einer geringfügigen Behinderung (zum Beispiel deformierte Finger, stark atrophiertes Bein), in der B-Kategorie haben Volleyballer*innen eine mittelschwere Behinderung (zum Beispiel stark verkürztes Bein, amputierter Unterschenkel) und in Kategorie C sind Personen mit einer schweren Behinderung (zum Beispiel amputierter Arm) vertreten.

Damit die Mannschaften bei den Wettkämpfen vergleichbare Chancen haben, darf höchstens ein*e Spieler*in aus der Kategorie A und muss mindestens ein Spieler der C-Kategorie auf dem Spielfeld stehen.

Sitzvolleyball

Die Alternative zum (Standing) Volleyball ist Sitzvolleyball. Es wird sehr ähnlich wie herkömmliches Volleyball gespielt.

Diese Sportart eignet sich für Menschen mit einer Beinbehinderung wie Amputation oder Dysfunktion des Knies. Da zur Ausübung von Sitzvolleyball weder Prothesen noch Rollstühle benötigt werden, ist das Spiel einfach und kostengünstig. Zudem ist Sitzvolleyball sehr integrativ. Wird der Sport außerhalb von Wettkämpfen betrieben, können Teilnehmer*innen mit und ohne Behinderung gemeinsam spielen.

Zwei Teams spielen Sitzvolleyball. Der Ball ist in der Luft und im Hintergrund sind Zuschauerränge eines Stadions zu sehen. | © Andi Weiland/ Gesellschaftsbilder.de

Auch Sitzvolleyball ist bei internationalen Wettkämpfen vertreten (Foto: Andi Weiland/ gesellschaftsbilder).

Die Größe des Spielfeldes ist etwas kleiner als beim herkömmlichen Volleyball und die Netzhöhe beträgt bei Frauen 1,05 Meter und bei Herren 1,15 Meter. Darüber hinaus darf das Anspiel geblockt werden. Bei internationalen Wettkämpfen gelten zusätzlich folgende Regeln:

  • Mannschaftskonstellation
    Bei offiziellen internationalen Veranstaltungen müssen mindestens fünf Spieler*innen mit einer Behinderung pro Mannschaft auf dem Feld sitzen. Zusätzlich darf dann noch ein sogenannter Minimal Handicap Player auf dem Platz sitzen. Dies ist ein Teammitglied, das – sportlich gesehen – geringfügigere Behinderungen (zum Beispiel ein instabiles Kniegelenk) hat.
    Deutschlandweit werden diese Regeln allerdings nicht so eng ausgelegt. Hier werden die Teams häufig auch mit Spieler*innen aufgefüllt, die keine Behinderung haben.
  • Fortbewegung
    Die Fortbewegung der Spieler*innen erfolgt mithilfe von Armen und Beinen am Boden. Oberste Grundregel hierbei ist: Der Rumpf muss zum Zeitpunkt der Ballberührung Bodenkontakt haben. Ist dies nicht der Fall, verliert die Mannschaft den Ballwechsel und der Punkt geht somit an die andere Mannschaft. Die fachliche Bezeichnung hierfür lautet: Lifting.
  • Zählweise und Bälle
    Da die Sitzvolleyballregeln den internationalen Volleyballregeln folgen, zählt jeder gespielte Ball als Punkt. Ein Satz wird von der Mannschaft gewonnen, die als erste 25 Punkte erreicht und zwei Punkte Vorsprung hat. Das Spiel gewinnt die Mannschaft, die als erste drei Sätze gewonnen hat, wobei der fünfte Satz (Tie Break) nur noch bis 15 Punkte gespielt wird.

Rege Wettkampfkultur

Seit 1980 ist der Sport auch ein Teil der Paralympischen Spiele. International werden auch noch Weltmeisterschaften, Europameisterschaften, Weltpokal der Landesmeister und der Europapokal der Landesmeister ausgetragen. In Deutschland gibt es neben der nationalen Meisterschaft auch Landesmeisterschaften. 

Egal ob mit oder ohne Behinderung – Volleyball ist eine gute Gelegenheit, um den Teamgeist zu fördern. Neben der Geselligkeit ist die Sportart auch für den sportlichen Ausgleich und somit für die mentale und körperliche Gesundheit wichtig.