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Unterstützung für Angehörige

Erkrankungen verlangen immer sowohl vom Betroffenen als auch von den Angehörigen eine Umstellung im Alltag. Bei Demenz ist die Verantwortung der Angehörigen, aufgrund des fortschreitenden sprachlich-kognitiven Abbaus der betroffenen Person, besonders wichtig.

Nicht nur für erkrankte Personen sondern auch für die Angehörigen verändert die Diagnose Demenz den Alltag. Einerseits ist es die psychische Belastung, dass ein geliebter Mensch langsam „entschwindet“, andererseits sind es gegebenenfalls auch die körperlichen Belastungen der Pflege
Deshalb ist es wichtig, sich den neuen Herausforderungen als betreuende*r Angehörige*r nicht alleine zu stellen. Dabei geht es nicht nur um Unterstützung und Entlastung im Alltag, sondern auch um die eigene Kompetenzstärkung, sich beraten zu lassen und die verschiedenen Aspekte der Krankheit kennenzulernen. Dabei hilft es oft, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Rechtliche und finanzielle Aspekte

Ein sehr wichtiger Aspekt ist die Regelung rechtlicher und finanzieller Aspekte. Denn infolge der mit einer Demenzkrankheit verbundenen Einschränkungen haben betroffene Personen auch zunehmend Mühe, ihre persönlichen Angelegenheiten zu regeln. Mit abnehmender Urteilsfähigkeit können ab einem gewissen Zeitpunkt keine Verträge mehr abgeschlossen werden. Auch eine gültige Zustimmung oder Ablehnung medizinischer Maßnahmen ist ohne weiteres nicht mehr möglich.

Deshalb sollten demenzkranke Menschen in einem frühen Stadium ihrer Erkrankung die persönlichen, finanziellen und rechtlichen Angelegenheiten regeln. Dazu gehört unter anderem, eine bevollmächtigte Person zu bestimmen, eine Patientenverfügung zu erlassen oder ein Testament zu erstellen. Außerdem gilt es, Belange bei Banken und Versicherungen zu klären.

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Rechtliche und finanzielle Aspekte müssen rechtzeitig geklärt werden (Foto: unsplash).

Anlaufstellen und Beratung

Da rund 80 Prozent der erkrankten Personen von ihren Familien oder ihrem engen Umfeld versorgt werden, ist es wichtig, sich zu informieren, Unterstützung zu holen und Angelegenheiten im Sinne der erkrankten Person zu regeln. Ebenso kann der Austausch mit anderen Angehörigen in einer vergleichbaren Situation hilfreich sein. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft berät Angehörige beispielweise mit einer eigenen Hotline.

Technische Hilfen ersetzen nicht die persönliche Pflege

Demenzpatient*innen fällt es zunehmend schwerer, ihren Alltag zu koordinieren. Damit sie möglichst lange in der gewohnten Umgebung bleiben können, gibt es viele verschiedene technische Hilfsmittel, die sowohl den Patient*innen als auch den pflegenden Angehörigen den Alltag erleichtern. Sie helfen dabei, gefährliche Situationen zu umgehen und ermöglichen mehr Selbstständigkeit.

Technische Hilfsmittel sollen dazu beitragen, die Freiheit der betroffenen Personen zu erhöhen, anstatt sie einzuschränken. Allerdings ersetzen sie nicht die persönliche Aufmerksamkeit der Angehörigen sondern erhöhen diese, da Hilfsmittel die Aufmerksamkeit schneller auf Krisensituationen lenken und so gefährliche Eskalationen verhindern können.

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Pflege durch Angehörige hat einen besonders hohen Stellenwert (Foto: Sabine van Erp/pixabay).

Herdsicherung und über Funk verbundene Rauchmelder

Ein Beispiel für solche Hilfsmittel ist die Herdsicherung. Wenn Patient*innen ihr Leben lang gekocht haben, möchten Sie oft auch aufgrund der Krankheit nicht darauf verzichten. Wenn aber die Tatsache, dass der Herd eingeschaltet ist vergessen wird, kann es dadurch leicht zu einem Wohnungsbrand kommen. Eine Herdsicherung überwacht sowohl die Kochzeit als auch die Hitzeentwicklung am Herd und bietet so einen doppelten Schutz. Nach Ablauf der Kochzeit oder bei zu hoher Temperaturentwicklung an den Kochplatten, schaltet das System den Herd automatisch ab. Betroffene Personen können so weiterhin in der eigenen Wohnung leben und gefahrlos ihren Herd benutzen.

Wenn die betroffene Person und deren Angehörige in einem Haus, aber in unterschiedlichen Wohnungen wohnen, können sie Rauchmelder installieren lassen, die über Funk verbunden sind. Wird also der Rauchmelder in der Wohnung der betroffenen Person ausgelöst, gibt es auch in der Wohnung der Angehörigen einen Alarm. So können diese schnell reagieren, wenn der oder die Patient*in selbst nicht weiß, was zu tun ist. Dadurch wird lebensgefährlichen Situationen durch umgefallene Kerzen, vergessene Zigarettenkippen oder andere mögliche Brandherde vorgebeugt.

Technische Hilfen gegen das Verlaufen

Bei einigen Demenzerkrankten gehört es zum Krankheitsbild, dass sie die Wohnung fluchtartig verlassen, herumwandern und nicht mehr zurückfinden. Um sie möglichst schnell wiederzufinden, kann man GPS-Geräte benutzen. Ein Sender im Handy, am Schlüsselbund, am Gürtel oder an einem Lieblingsschmuckstück reicht aus, um die Patient*innen orten zu können. Alle Geräte funktionieren auf eine ähnliche Weise: Sie senden den Standort der betroffenen Person an ein Zielgerät, auf welchem der Standort dann metergenau eingesehen werden kann.

Hausnotruf

Wenn die Patient*innen allerdings nicht in der Nähe der Angehörigen wohnen, kann alternativ der Hausnotruf genutzt werden. Dabei handelt es sich hier um ein Armband mit einem Knopf, der beim Betätigen einen Notruf an eine nahegelegene Einsatzstelle abgibt. Das Armband wird bereits von verschiedenen Institutionen, wie dem Deutschen Roten Kreuz, den Johannitern oder der Caritas angeboten.


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