Unfallwagen mit Dellen und zerstörtem Scheinwerfer | © pixabay

Unfallverarbeitung – Therapiemöglichkeiten

Das Statistische Bundesamt registrierte im Jahr 2019 über 2.500.000 polizeilich erfasste Verkehrsunfälle. Je nach Schwere, Art und persönlicher Situation der Betroffenen kann eine weitere Behandlung oder Unfallverarbeitung notwendig sein.

Professionelle Unfallverarbeitung richtet sich in erster Linie an Betroffene, welche von den Folgen des Unfalls sowohl im Alltag als auch in der Arbeit beeinträchtigt werden. Dies können verunfallte Personen sein, aber auch Unfallverursachende sowie Beobachter*innen eines Unglücks oder Rettungskräfte, welchen ein belastendes Erlebnis zu schaffen macht.

Auch wenn die betroffene Person auf den ersten Blick keine sichtbaren Schäden des Unfalls davon getragen hat, können die Folgen schwerwiegender sein als zunächst vermutet. Dies trifft dann vor allem zu, wenn von der Ärztin beziehungsweise vom Arzt keine klare Diagnose gestellt werden kann oder der Heilungsverlauf nicht kontinuierlich verläuft. Betroffene erscheinen äußerlich vollkommen gesund, innere medizinische Schäden oder stressbedingte Einschränkungen können nicht festgestellt werden, die sich beispielsweise in Form von Schmerzen äußern.

Diffuse Krankheit

In Fachkreisen spricht man bei dieser Art von Schmerzen von „diffusen Krankheiten und Heilungsverläufen“. Simon Raeber, Leiter Coaching bei Brainjoin Schweiz, welcher Betroffene als Coach begleitet, führt diese Art Leiden genauer aus: „Dazu gehören viele Arten von chronischen Schmerzsymptomatiken und auch Schleudertrauma, daraus können, bei chronifiziertem Verlauf, oft auch stressbedingte Leiden wie zum Beispiel Burnout entstehen.“

Auch Menschen, die unter Angst- und Zwangsstörungen, Depressionen und Traumata nach schwerwiegenden Ereignissen leiden, weisen ähnliche Symptome auf.

Depressive Frau, die nachdenklich in die Ferne schaut | © pixabay

Oft unsichtbar, aber gravierend – auch die Psyche kann bei einem Unfall Verletzungen davontragen (Foto: pixabay).

Die Auswirkungen eines solchen Leidens können verheerend sein. Freund*innen, Partner*innen und Arbeitgebende erleben die Person völlig verändert. Alltägliche Arbeiten werden zur Last, Ehen, Partner- und Freundschaften beginnen zu bröckeln und so beginnt neben dem Leiden der Weg ins soziale Abseits.

Schulmedizin - nicht immer die Lösung

Die Schulmedizin kann bei diffusen Krankheiten nicht immer helfen. Die nach schulmedizinischer Art praktizierenden Ärzt*innen versuchen das Leiden sichtbar zu machen. Das ist speziell bei den oben genannten Leiden aber nicht immer möglich. So ausweglos die Situation für Betroffene aber auch erscheinen mag, gibt es doch viele verschiedene Therapiemöglichkeiten wie Physiotherapie, Osteopathie oder persönliches Coaching. Eine Universallösung gibt es allerdings nicht.

Kosten trägt Versicherung

Versicherte haben Anspruch auf eine zweckmäßige medizinische Behandlung der Folgen eines Unfalls oder einer Berufskrankheit ohne zeitliche und betragsmäßige Beschränkung. Der Therapiebedarf lässt sich beim medizinischen Fachpersonal des Vertrauens klären.

Für die Leistungsabklärung hat man sich an die entsprechenden Versicherungen zu wenden.

Münzstapel neben einem kleinem Holzhaus. Aus den Münzstapeln wachsen kleine Pflanzen. | © Nattanan Kanchanaprat

Keine Sorge vor der finanzieller Belastung durch die Behandlung – diese übernimmt in der Regel die Versicherung (Foto: pixabay).

Besserung ist möglich

Auch wenn der Heilungsverlauf ein langwieriger Prozess sein kann und von Betroffenen einiges abverlangt, zeigen Erfahrungsberichte, dass eine Verbesserung der Situation dank den oben erwähnten Therapiemöglichkeiten möglich ist.