Vier Personen (Großvater, Sohn, Enkel und Urenkel) sitzen lächelnd zusammen | © pixabay

Tipps für Angehörige im Umgang mit Demenzbetroffenen

Angehörige erleben den Umgang und die krankheitsbedingt erschwerte Kommunikation mit Menschen mit Demenz oft als herausfordernd und teilweise belastend. Dabei sind die Probleme, die im Zusammenleben und in der Pflege mit Demenzkranken auftreten, sehr individuell.

Abhängig vom Stadium der Krankheit, aber auch von der Persönlichkeit der betroffenen Person und den Lebensumständen, sehen sich Angehörige mit verschiedenen Umstellungen und Aufgaben konfrontiert, was den Umgang mit Personen mit Demenz betrifft.

Dabei gibt es einige Dinge, die Sie als Angehörige*r im Umgang mit einer Person, die eine demenzielle Erkrankung hat, beachten können – für ein gutes Miteinander. Welche das sind, können Sie in der folgenden Übersicht erfahren:

Demenz als fortschreitende Krankheit akzeptieren

Personen mit Demenz muss man so annehmen, wie sie sind. Sie sind erkrankt an Demenz und befinden sich deswegen in einem fortschreitenden sprachlich-kognitiven Abbau. Diese Tatsache zu akzeptieren, kann für Angehörige schwer sein – ist aber sehr hilfreich um zu verstehen, warum Betroffene häufig eine ganz andere Sicht auf die Dinge haben, als man selbst. Besonders beim Zusammenleben mit einem Menschen mit Demenz sollte man daher auch auf Unvorhergesehenes und Ungewöhnliches gefasst sein.

Wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe

Die Kommunikation mit Personen mit Demenz kann von Angehörigen als Herausforderung empfunden werden. Einfühlsame Kommunikation und Gesprächstechniken können erlernt werden, um ein gelingendes und wertschätzendes Gespräch zu führen, das auf Zuhören und Verstehen beruht. Dadurch wird Betroffenen echtes Interesse an ihrer Person, ihren Bedürfnissen und Wünschen vermittelt. Kritik und Zurechtweisungen sollten dagegen vermieden werden. Wichtig ist außerdem genügend Zeit und eine ruhige Atmosphäre. Der Artikel Tipps für die Kommunikation mit Personen mit Demenz bietet Ihnen konkrete Handlungsleitfäden und Gesprächs- und Verhaltensstrategien für das Führen von Gesprächen mit Betroffenen.

Durch Unterstützung und Orientierungshilfen die Eigenständigkeit wahren

Es ist wichtig, Personen mit Demenz als erwachsene Menschen zu behandeln und ihre Eigenständigkeit zu wahren. Alltägliche Aufgaben können im Verlauf der Demenz schwerer fallen oder weniger sorgfältig ausgeführt werden. Deswegen sollten diese nach Möglichkeit aber nicht komplett von pflegenden Angehörigen übernommen werden, sondern durch Vereinfachung und entsprechende Unterstützung weiterhin von und mit den Betroffenen erledigt werden. Dadurch wird ihre Selbstwahrnehmung und Selbständigkeit gestärkt.

Ein strukturierter, gleichbleibender Tagesablauf gibt Personen mit Demenz Halt und Orientierung. Dabei können eine gut lesbare Uhr und ein Kalender, auf dem das tagesaktuelle Datum mit Wochentag markiert ist, unterstützen. Um sich in den eigenen vier Wänden gut zurechtzufinden, sind eine helle Zimmerbeleuchtung und Hinweisschilder empfehlenswert.

Da mit fortschreitender Demenz auch das Namensgedächtnis schwindet, benötigen Betroffene auch hier Unterstützung. Das Erwähnen von Namen und Beziehungsverhältnis von hinzukommenden Personen hilft Menschen mit Demenz diese einzuordnen (zum Beispiel: “Schau, da kommt deine Tochter Jessica.”).

Umgang mit schwierigen Situationen wie Unruhe oder Aggressivität

Angehörige sollten sich bewusst machen, dass Orientierungslosigkeit als Symptom von Demenz zu Ängstlichkeit und Unruhe führen kann. Menschen mit Demenz laufen häufig wiederholt die gleiche Strecke hin und her. Anstatt sie daran zu hindern, können Sie versuchen sich in ihre Lebensrealität einzufühlen und die Ursachen für dieses Verhalten herauszufinden. Vielleicht hat die Person zum Beispiel Schmerzen oder sie ist gedanklich mit einem bestimmten Thema beschäftigt. Durch eine entspannte Atmosphäre und eine sanfte Stimme sowie durch Körperkontakt können an Demenz erkrankte Person zur Ruhe kommen.

Aus Überforderung mit alltäglichen Situationen können Personen mit Demenz mit Aggressivität und Wutausbrüchen reagieren. Dann ist es hilfreich, als Angehörige*r ruhig zu bleiben und auf den Gefühlszustand des erkrankten Menschen eingehen. Beziehen Sie Vorwürfe und aggressives Verhalten möglichst nicht auf sich selbst und wechseln sie das Thema oder lenken sie die demente Person ab. Vielleicht können Sie den Auslöser für das aggressive Verhalten erkennen, um ähnliche Situationen in Zukunft zu vermeiden. Manchmal hilft es, nach einer schwierigen Situation aus dem Zimmer zu gehen und tief durchzuatmen. Nach einer kurzen Beruhigungspause hat sich die Situation in der Regel entspannt. Vor allem aber, wenn Sie sich durch das Verhalten der Person mit Demenz bedroht fühlen, sollten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit den Raum verlassen und im Notfall Hilfe holen.

Einen gesunden und aktiven Lebensstil unterstützen

Je weiter die Demenzerkrankung fortschreitet, desto schwieriger ist es für Betroffene, selbständig einen aktiven Alltag aufrechtzuerhalten. Angehörige sollten eine geregelte und gesunde Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme unterstützen. Besonders wichtig ist es ausreichend zu trinken, da zu wenig Flüssigkeit eine akute Verwirrtheit verschlechtern kann.

Auch sollten Personen mit Demenz zu körperlicher Aktivität angeregt werden. Bewegung und Sport wirken sich positiv auf ihr Körpergefühl aus und verbessern die Durchblutung und die Mobilität. Für Personen mit Demenz bieten sich beispielsweise Spaziergänge, einfache Gymnastik und (Sitz-)Tanz an.

Auf sich selbst Acht geben

Wichtig ist zu guter Letzt, dass Sie als Angehörige in erster Linie auf sich selbst, Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit aufpassen. Nur wer gut für sich selbst sorgt und auf seine eigenen Bedürfnisse achtet, kann sich auch längerfristig um anderen Personen kümmern.


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