Jemand rennt eine Waldstraße hoch | © pexels

Motiviert bleiben, auch wenn’s schwierig wird

Langwierige Stellensuche oder Schwierigkeiten im neuen Job können einem auf kurz oder lang die Motivation rauben. Wie sich das vermeiden oder lösen lässt, verrät EnableMe Diplompsychologe Tim Glogner.

Die etwas unsichere Stimmung seit der Corona-Pandemie und teils falsche Vorstellungen bei Unternehmen machen gerade Menschen mit Behinderung die Suche nach einer Anstellung sehr schwierig. Das ist jedoch kein Grund, den Mut zu verlieren.

Seien Sie stolz auf sich

Gleich, wie die Ausgangslage ist, ob Sie aktuell einen Job suchen oder frisch in einem neuen Unternehmen sind: Seien Sie stolz auf sich – auf Ihr Können und auf Ihre Stärken. Darüber hinaus vergegenwärtigen Sie sich immer mal wieder, dass bestimmte Entscheidungen, zum Beispiel eine erneute Absage bei einer Bewerbung nicht zwingend etwas mit Ihrer Behinderung zu tun haben muss.

Nehmen Sie Hilfe an

Zwar suchen Sie eine Stelle für sich alleine, dennoch sollte die Stellensuche nicht im Alleingang angegangen werden. Greifen Sie auf das Fachwissen von anderen zurück. 
Zum Beispiel bei Arbeitsvermittlungsstellen haben die Berater*innen Situationen wie Ihre schon häufig gesehen und kennen sich damit aus. Auch auf Online-Jobportalen finden sich immer wertvolle Tipps.

Klare Strukturen schaffen

Eine klare Tagesstruktur sorgt für einen geregelten Tagesablauf. So fällt es einem auch leichter, die Suche anzugehen. Setzen Sie sich deshalb klare Zeiten, wann Sie was erledigen möchten, und halten Sie sich daran. Der geregelte Tagesablauf bewahrt Sie davor, sich wert- oder gar nutzlos zu fühlen. So können Sie Ihre Motivation aufrechterhalten.

Gönnen Sie sich Auszeiten

Arbeitssuchende haben wie Beschäftigte einen Anspruch auf Urlaubstage. Nutzen Sie diese für kurze Auszeiten. Ein paar Tage ohne die ständige Sorge um die Stellensuche und den damit verbundenen Stress geben einem die Gelegenheit, den Kopf freizubekommen und neue Kraft zu schöpfen. 

Die Zeit kann auch genutzt werden, um sich zu überlegen, was man sich wünscht, welche Arbeit man ausüben und welche Ziele man erreichen möchte. Zwar sollte man sich diese Fragen unbedingt schon vorher gestellt haben, eine erneute Analyse der Situation und der persönlichen Vorstellungen schadet aber auf keinen Fall.

Behalten Sie die Hoffnung

Schlussendlich bedeutet motiviert bleiben auch, die Hoffnung zu behalten. Auch bei der langwierigsten Suche sollte man nie daran zweifeln, dass es den richtigen Job gibt und man ihn auch finden wird. Daneben können auch Eigenschaften wie Geduld und Zuversicht den Motivations-Akku in positiver Weise versorgen, sodass Sie lange am Ball bleiben.

Der Start in einen neuen Job

Haben Sie eine Arbeit gefunden, lautet die zentrale Frage: Wie ist eine stressfreie, harmonische Gestaltung des Lebens und insbesondere des Arbeitsalltages möglich? Folgende Impulse von EnableMe Diplompsychologe Tim Glogner können hilfreich sein:

Nicht sofort aufgeben

Wenn die Arbeit nicht gefällt, sollte man ihr dennoch eine Zeit lang treu bleiben und versuchen, mit seinem Bewusstsein eher in sich zu bleiben und seine eigenen Reaktionen (körperlich und emotional) bewusst wahrzunehmen, ohne sich in etwas zu „verrennen“. 

Wenn man dann trotzdem merkt, dass diese Tätigkeit einfach nicht dem entspricht, was man machen möchte, kann man die Arbeit beenden. Man sollte sich nicht krampfhaft dazu zwingen, etwas zu machen, dass einem einfach nicht gefällt.  

Miteinander reden

Durch ein Gespräch mit dem Arbeitsgeber oder der Arbeitgeberin kann unter Umständen auch der Tätigkeitsbereich angepasst werden.

Wenn ernsthafte Unstimmigkeiten auftauchen, ob mit Kolleg*innen oder Vorgesetzten, bietet sich ein klärendes Gespräch mit den betroffenen Personen an. Denn Probleme lösen sich nicht, indem man über die Person spricht, sondern nur, wenn man mit ihr oder ihm spricht.

Nehmen Sie die Reaktionen Ihrer Kolleg*innen oder den Vorgesetzten bewusst war. Sie brauchen sich von niemandem aus der Fassung bringen zu lassen. Andere Personen haben keine Macht über Sie, genauso wie Sie keine Macht über die anderen haben. Niemand ist besser oder schlechter als der andere. 

Die Behinderung im Arbeitsverhältnis sollte man versuchen eher positiv zu sehen, das soll Ihnen erst einmal einer nachmachen, mit Ihrer Behinderung hier zu arbeiten!

Wenn jemand Probleme mit Ihrer Behinderung hat, ist das das Problem des entsprechenden Mitarbeiters ; das Problem spielt sich ausschließlich in dessen „Film“ ab. Gut möglich, dass Sie dann für ihn langweilig werden und er kein Interesse mehr an ihnen findend, sich abwendet. Versuchen Sie, diese negative Haltung zu ignorieren, weder positiv noch negativ zu werten. 

Keep going!

Investieren Sie generell Ihre Energie in wichtigere Dinge – Dinge, die Sie vor allem direkt kontrollieren oder zumindest beeinflussen können. Und versuchen Sie alles, was Ihnen Ihre Posititivität, Motivation oder Kraft entzieht, stoisch an sich vorbeiziehen zu lassen. Je nach Situation einfacher gesagt als getan. Wenn Sie es schaffen, kann Ihnen das noch mehr Autonomie und Selbstwirksamkeit schenken.