Schwarzes Fahrrad und Helm | © Igor Voronetski/ unsplash

Fahrradtourismus

Das Fahrrad erfreut sich in den letzten Jahren einer wachsenden Beliebtheit. Es kann als Transportmittel, zu sportlichen Zwecken oder zur Rehabilitation genutzt werden und ist dank des technischen Fortschritts immer vielfältiger einsetzbar. Aufgrund der Reisebeschränkungen und dem allgemeinen gesellschaftlichen Wandel aufgrund des Klimawandels, sind Reisen mit dem Fahrrad zu einem eigenständigen Bereich in der Tourismusbranche angewachsen. Menschen mit einer Behinderung können mit unterschiedlichsten Spezialrädern ebenso daran teilnehmen wie Menschen ohne Behinderung, denn auch das Angebot an Spezialrädern erweitert sich kontinuierlich.

"Nichts ist vergleichbar mit der einfachen Freude, Rad zu fahren." Das sagte der ehemalige US-Präsident John F. Kennedy über das Fahrradfahren.

Viele Personen dürften sich noch daran erinnern, wie man sich beim ersten Mal auf dem Fahrrad gefühlt hat. Aus eigener Kraft konnte man selbstständig entscheiden wohin es geht und man war schneller unterwegs als je zuvor. Dank der zusätzlichen Mobilität erschlossen sich ganz neue Horizonte und die Begeisterung für das Fahrradfahren war geboren.

Dabei ist der liebevoll genannte „Drahtesel“ in jeder Lebenslage handlich, egal ob zum Einkaufen, als Fortbewegungsmittel oder als sportliche Herausforderung. Dank der Entwicklung von Lastenrädern und den elektrischen Antrieben, sind die Einsatzmöglichkeiten in den vergangenen Jahren viel umfangreicher geworden und die Verkaufszahlen in den zurückliegenden Jahren stetig gestiegen. Das Krisenjahr 2020 führte aufgrund der Rückbesinnung auf den Individualverkehr, zu einen kräftigen Wachstum und durch das gestiegene Interesse an Fahrrädern kam es kurzfristig sogar zu völlig leergekauften Fahrradläden.

Technische Entwicklungen

Die technischen Entwicklungen begünstigten auch immer weitere Neuerungen bei Fahrrädern für Menschen mit einer Behinderung. Für praktisch jede Einschränkung gibt es meistens eine passende Lösung, um nach wie vor in der einen oder anderen Form an dem Gefühl des Fahrradfahrens teilnehmen zu können.

Personen mit einer Seh- oder Höreinschränkung können beispielsweise ein Tandem nutzen, bei dem die betroffenen Personen mit einer Person ohne Einschränkungen gemeinsam fahren können. Für Personen im Rollstuhl gibt es mit einem sogenannten Handbike die Möglichkeit, den Antrieb über die Arme statt den Beinen zu generieren und sich so erneut mehr Selbstständigkeit und Mobilität zu ermöglichen. Zu guter Letzt können auch Liegeräder genutzt werden, die bei koordinativen oder der Rehabilitation dienenden Zwecken zum Einsatz kommen.

Eine Zusammenfassung der verschiedenen Möglichkeiten von Spezialfahrrädern finden Sie hier.

Auf einer Straße sind drei in Sportklamotten gekleidete Personen zu sehen, die Handbike fahren. Die Personen fahren auf einen zu und im Hintergrund ist ein Torbogen eines sportlichen Wettkampfs zu sehen. | © pixabay

Eine besonders sportliches Handbike (Foto: pixabay).

Freude und Gesundheit an der frischen Luft

Diese Entwicklung hat für viele Personen eine praktische Art der Fortbewegung begründet und ist deshalb besonders beliebt. Das Fahrrad gilt nämlich sowohl als Fortbewegungsmittel als auch als Sportgerät.

Da die Teilnahme am Verkehr – vor allem im Berufsverkehr – für Menschen mit einer Behinderung unter Umständen zu gefährlich ist, kann das Fahrrad in beruhigten Verkehrszonen oder in der Natur als Fortbewegungsmittel und Sportgerät genutzt werden. Gerade am Anfang und zum Eingewöhnen sollten stressige Situationen im Verkehr eher gemieden werden. Mit zunehmender Erfahrung und Selbstvertrauen kann die Beteiligung am alltäglichen Verkehr schrittweise vertieft werden.

Doch auch für Menschen die lieber in der Natur verbleiben wollen, bietet das deutsche Fahrradnetz ein gut ausgebautes System von Wegen und Panoramastraßen entlang von Flüssen und Seen. 

Ausflüge und Touren im deutschen Fahrradnetz

In ganz Deutschland gibt es verschiedene Radinfrastrukturen die für Freizeitfahrten genutzt werden können. Sie zeichnen sich vor allem darin aus, dass sie ausschließlich für Fahrräder gedacht und deshalb autofrei sind. 

Seit der Pandemie und den damit einhergehenden Reisebeschränkungen, ist mit dem Fahrradtourismus eine ganz neue Branche in der deutschen Tourismusindustrie entstanden. Egal ob entlang der Mosel, dem Bodensee, den Inseln an der Ost- und Nordsee oder in der Sächsischen Schweiz, es kann zwischen verschiedenste Landschaften, Höhenunterschieden und Schwierigkeitsstufen gewählt werden. Gerade die Auswahl an verschiedenen Schwierigkeitsstufen ist für Menschen mit einer Behinderung eine gute Lösung, da je nach persönlichem Gesundheitszustand, Strecken gewählt und befahren werden können. Die Flexibilität die damit einhergeht ist hervorragend um einen angepassten Aktivurlaub in der Heimat zu verbringen.

Informationen zum deutschen Streckennetz erhalten Sie beim ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) und auf den Internetseiten des DTV (Deutscher Tourismusverband).


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