Ein älterer und ein jüngerer Menschen lachen zusammen | © Nathan Anderson / unsplash

Einstieg in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung

Für Menschen mit Behinderung können Werkstätten für Menschen mit Behinderungen das Sprungbrett in die allgemeine Arbeitswelt sein. Oder sogar der Startpunkt auf dem Weg zum ersten Arbeitsmarkt.

Werkstätten für Menschen mit Behinderung sollen den Weg ins Berufsleben ermöglichen. Sie ist dabei nicht als Endstation zu verstehen. Denn viele Menschen mit Behinderungen erhalten durch ihre Berufspraxis in der Werkstatt entscheidende Qualifikationen, die fit machen für Jobs auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Voraussetzungen für eine Ausbildung 

Das Vergabeverfahren ist gesetzlich geregelt. Am Anfang steht ein sogenanntes Eingangsverfahren (EV) an. Hier können sich Bewerber*innen einen ersten Überblick über die Werkstatt für Menschen mit Behinderung verschaffen. Ferner kann auch die Einrichtung prüfen, ob dies der richtige Ort für diesen Menschen ist und in welchem Bereich die persönlichen Fähigkeiten am besten einzusetzen sind. 

Das EV dauert in der Regel zwischen vier und 12 Wochen. In dieser Zeit werden ferner die Ziele und Förderungsprogramme entsprechend festgesetzt und ein Eingliederungsplan erstellt.

Ausbildungsverlauf in der Werkstatt

Die Ausbildung in einer Behindertenwerkstatt wird anschließend als Berufsbildungsbereich (BBB) definiert, der sich in einen Grund- und Aufbaukurs aufteilt. Nach dem ersten Jahr prüfen die Agentur für Arbeit und das Sozialamt, ob eine Weiterbeschäftigung der Lehrlinge in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung sinnvoll ist und das zweite Jahr im Aufbaukurs angetreten werden darf. 

Je nach Möglichkeiten können in den Werkstätten verschiedene Tätigkeitsbereiche durchlaufen und damit unterschiedliche Qualifizierungen erreicht werden. Neben beruflichen Fähigkeiten werden den Menschen mit Behinderungen innerhalb des BBB auch soziale und alltagspraktische Kompetenzen vermittelt.

Anschließend wechselt ein*e Werkstattmitarbeitende*r in den Arbeitsbereich. Die Zeit in diesem Arbeitsbereich ist wiederum unbefristet. Ziel ist jedoch nach wie vor die (Wieder-)Eingliederung ins Berufsleben auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Dementsprechend bestimmen den Arbeitsbereich Produktionsaufträge und die Erbringung von Dienstleistungen. Aber auch Betriebspraktika und Beschäftigungen in externen Betrieben für eine gewisse Zeit gehören zum Berufsalltag in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung.

Leistung, die bezahlt wird

Selbstverständlich werden Mitarbeiter*innen in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung entlohnt. Zum einen erhalten sie von der Werkstatt ein Arbeitsförderungsgeld. 
Der Reha-Träger zahlt dies unabhängig von der Leistung des jeweiligen Mitarbeitenden. Und zum anderen zahlen die Werkstätten einen Grundbetrag und einen den Leistungen angemessenen Steigerungsbetrag an ihre Beschäftigten. Letzterer orientiert sich an der erbrachten Arbeitsleistung des Menschen mit Behinderung.

Der Schritt zu einer Ausbildung in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung kann sich wirklich lohnen. Durch die Vielzahl an Qualifikationsmöglichkeiten werden Menschen mit Behinderungen nicht nur in ihren Fähigkeiten bestärkt, sondern auch darin motiviert, sich im allgemeinen Arbeitsmarkt behaupten zu können.