eine Hand hält ein iPhone

Die mobile Kommunikation als Chance

Unsere Kommunikationsmöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren dank modernster Technologien grundlegend verändert. Jederzeit und überall erreichbar zu sein, ist heute eine Selbstverständlichkeit.

Während die ständige Erreichbarkeit für viele Menschen schon zu einer Belastung wird, können die mobilen Kommunikationstechnologien für Menschen mit einer Behinderung eine große Erleichterung im Alltag sein. Uns mitzuteilen ist von Kindheit an ein großes Bedürfnis von uns allen und hat einen großen Einfluss auf unsere Entwicklung. Durch Kommunikation zeigen wir, wie wir uns fühlen, was wir erleben, was wir lernen und was wir wollen.

Viele Menschen haben aufgrund einer Behinderung aber Mühe, sich mitzuteilen, zu kommunizieren und sich über Kommunikation auch Hilfe zu sichern. Ohne elektronische Hilfsmittel führt dies oftmals zu Ausgrenzung, Isolation und Fremdbestimmung.

Mobiltelefone, Smartphones und GPS-Systeme

Richtig und nach Möglichkeit individuell eingesetzt gibt es heute verschiedene mobile Kommunikationsmöglichkeiten, die Menschen mit Behinderung den Alltag erleichtern und sie näher an die Gesellschaft heranführen. Im Mittelpunkt stehen dabei Mobiltelefone, Smartphones oder GPS-Systeme.

Die Anforderungen an das Mobiltelefon für Menschen mit Behinderung sind ähnlich wie die der Handys für Senior*innen und Kinder. Übersichtliche Tasten und Menüführung stehen dabei im Vordergrund. Entsprechend gibt es Endgeräte, die speziell für verschiedene Zielgruppen hergestellt werden.

Es gibt viele Möglichkeiten der Unterstützung: Durch die technische Kombination von Handykamera, Text-to-Speech Synthesizer (Sprachgenerator), spezieller Software, Screenreader, digitalen Lesegeräten und Braillezeile werden Handys zu Helfern in alltäglichen Situationen. Leider bringen die Spezialentwicklungen oft erhöhte Kosten mit sich.

Nachricht wird vorgelesen

Am Beispiel SMS lassen sich die Fortschritte gut illustrieren: Dutzende von Millionen Kurzmeldungen jagen jeden Tag rund um den Erdball. Kurznachrichten waren zunächst ein Privileg für Sehende, heute müssen auch blinde Menschen nicht darauf verzichten. Dank Handys, die mit einer speziellen Software ausgestattet sind, können auch sie die Vorzüge mobiler Kommunikation nutzen. Der Text der Botschaft, den das Display anzeigt, wird zum Beispiel einfach in Sprache umgesetzt und von einer Stimme vorgelesen.

Ortungs- und Alarmsystem

Mittlerweile gibt es Geräte, die für Menschen mit Behinderung neben Mobiltelefon auch ein persönliches Alarmsystem und GPS-Ortungsgerät sind, mit dessen Hilfe ihre Position lokalisiert werden kann. Die Geräte sind einfach zu bedienen und bedeuten in jeder Lebenslage Beweglichkeit und Sicherheit.

eine Person mit Wanderstöcken nutzt GPS Dunktion am Smartphone

GPS-Systeme können den Alltag erleichtern und Sicherheit geben (Foto: pixabay).

Neue Möglichkeiten für die Medizin

Die Unterstützung Betroffener kann aber noch weitergehen, denn auch der Medizin hat die Mobilfunktechnologie ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Die mobile Versorgung und Überwachung von Patient*innen verbessert deren Lebensqualität und den Kommunikationsaustausch zwischen Patient*innen, Arztpraxen, Kliniken und Rehabilitationszentren.

Die Vorteile beschränken sich dabei nicht auf eine größere Effizienz, Beispiele wie Infarktvorsorge oder die Überwachung von Epileptikern zeigen den direkten Nutzen auf.

Veränderungen des Blutbildes feststellbar

Via Mobilfunk können Infarkt-Patienten heute ihre Herztätigkeit rund um die Uhr überwachen lassen. Ein tragbares EKG-Gerät misst die Herzströme, die per Knopfdruck an das Handy verschickt und von dort aus an ein medizinisches Service-Center weitergeleitet werden.

Bei Epileptikern lassen sich mit Hilfe eines Mobiltelefons durch Datenübertragung jederzeit Veränderungen des Blutbildes feststellen, die einen epileptischen Anfall ankündigen.

Apps für Menschen mit Behinderung

Am Markt gibt es bereits viele Apps, die eine Unterstützung für Menschen mit Behinderung bieten können. So können Services zum Beispiel die Sprachsteuerung einer Karte sein. Aufgrund des GPS-Systems werden blinde Menschen über Sprachausgabe navigiert. Für gehörlose oder schwerhörige Menschen bieten Apps eine live Textübersetzung in Gebärdensprache. Die App Wheelmap ermöglicht mobilitätseingeschränkten Menschen barrierefreie Orte, wie Cafés oder Restaurants zu finden.

Diese und weitere Apps bieten Unterstützung im Alltag. Je nach Art der Behinderung und somit Bedarf an Unterstützung bietet das Internet zahlreiche Listen mit möglichen Apps und elektronischen Hilfsmitteln.