Schwerbehindertenausweis in Scheckkartenformat

Der Ausweis als Scheckkarte

Seit 2015 werden alle Schwerbehindertenausweise im Karten-Format ausgestellt und ersetzen damit den bisherigen Papierstreifen.

Seit 2015 wird der Schwerbehindertenausweis in der handlichen Scheckkartenform erstellt. Für betroffene Personen erleichtert das neue Format die Nutzung im Alltag deutlich im Vergleich zu dem umständlichen Papierformat aus der Vergangenheit.

Der Schwerbehindertenausweis

Jede Person, die einen Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 bescheinigt bekommt, gilt in der Bundesrepublik nach dem IX. Sozialgesetzbuch als schwerbehindert. Maßgeblich für die Feststellung des Versorgungsamtes ist, ob der oder die Betroffene für mindestens sechs Monate eine dauerhafte körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtigung hat, die sich auf das tägliche Leben auswirkt. An diesen Bestimmungen hat sich auch mit dem neuen Format nichts geändert.

Neu hingegen sind die Abmessungen des Schwerbehindertenausweis, den Betroffene in Zukunft erhalten werden. Bislang handelte es sich beim Dokument um einen 13,5 Zentimeter langen und 9,5 Zentimeter großen Streifen aus Papier. Künftig wird der Schwerbehindertenausweis im Scheckkartenformat ausgestellt.

Ebenso wie der neue Personalausweis, die Gesundheitskarte oder die Bankkarte ist er aus Plastik. Damit ist der neue Schwerbehindertenausweis von seiner Materialbeschaffenheit her haltbarer und aufgrund der geringeren Abmessungen leichter im Geldbeutel mitzuführen.

Nachweis der Schwerbehinderung auch in englischer Sprache

Der neue Schwerbehindertenausweis im Scheckkartenformat enhält den Nachweis der Schwerbehinderung erstmals auch in englischer Sprache. Zwar sind damit für Ausweisinhaber*innen im Ausland keine unmittelbaren Rechte verbunden, jedoch hilft die Mehrsprachigkeit betroffenen Personen, ihre Situation besser zu kommunizieren und eventuelle Vergünstigungen bewilligt zu bekommen.

Denkbar sind beispielsweise die kostenlose Bereitstellung von Rollstühlen oder ein Fahrservice an größeren Flughäfen und Bahnhöfen, in denen die zurückzuliegenden Strecken häufig besonders lang sind.

Damit Menschen mit einer Sehbehinderung den neuen Schwerbehindertenausweis im Geldbeutel von anderen Karten unterscheiden können, ist zusätzlich die Buchstabenfolge „sch-b-a“ in der Brailleschrift auf der Karte aufgedruckt.

Nachweis in englischer Sprache erleichtert Reisen ins Ausland (Foto: Gesellschaftsbilder.de).

Informationen auf der Karte identisch

Die Informationen, die auf dem neuen Schwerbehindertenausweis enthalten sind, entsprechen ebenso wie die orange-grüne Farbgebung denen des alten Dokuments. Wie bisher ist der oder die Ausweisinhaber*in auf einem Passfoto abgebildet.

Dieses wird jedoch nicht mehr auf das Dokument geklebt, sondern auf die Karte gedruckt, ähnlich wie es auch beim Führerschein und dem neuen Personalausweis gemacht wird. Neben dem Foto auf der Vorderseite des Schwerbehindertenausweises sind Name, Geschäftszeichen, Gültigkeit und gegebenenfalls die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson (fett gedrucktes B auf der Vorderseite) vermerkt.

Auf der Rückseite der Karte befinden sich Angaben zur Behinderungsart und Ausprägung (Merkzeichen), der Grad der Behinderung, die Daten von Ausweisinhaber*innen (Name, Geburtsdatum) sowie die ausstellende Behörde und nochmals das Geschäftszeichen. Künftig können auf der Rückseite des Schwerbehindertenausweises auch Sondervermerke nach Landesrecht in den für Merkzeichen vorgesehenen Feldern angegeben werden.

Nachteilsausgleiche

Die genehmigten Nachteilsausgleiche hängen nach wie vor von den zugewiesenen Merkzeichen ab, die auf der Rückseite des Ausweises vermerkt werden. Mit bestimmten Merkzeichen kann der Ausweis für berechtigte Personen, mit dazugehöriger gültiger Wertmarke, für Freifahrten im öffentlichen Personennahverkehr genutzt werden.

Um weitere Auskünfte zu Teilnahmerechten bei bestimmten Merkzeichen zu erhalten, können sich betroffene Personen in unserem Artikel zu Merkzeichen informieren.

Bestimmte staatliche und städtische Einrichtungen gewähren betroffenen Personen Vergünstigungen bei Eintrittspreisen. Schwimmbäder, Museen, Tierparks und Theatervorstellungen können dann preislich ermäßigt oder kostenlos von Ausweisinhaber*innen besucht werden. 
Auch private Anbieter (zum Beispiel: Freizeitparks) ermäßigen für betroffene Personen gegebenenfalls die Eintrittspreise oder unterstützen betroffene Personen während des Aufenthalts.

Der Ausweis berechtigt die betroffenen Personen bei Behördengängen ihre Wartezeit zu verringern. Dadurch soll langes Warten und Stehen in der Schlange vermieden werden, um betroffene Personen nicht unnötig zu belasten.