Eine verzweifelte Frau hält sich die Hand an die Stirn. | © Claudia Wolff/unsplash

Depression – Formen und Symptome

Was macht eine Depression genau aus, was unterscheidet sie von normaler Niedergeschlagenheit und welche Symptome sind typisch dafür? Eine Depression hat viele Gesichter, dennoch gibt es einige häufige Formen, die unterschieden werden können.

Spricht man von einer Depression, werden in der Psychiatrie auch die Begriffe depressive Episode und rezidivierende depressive Störung verwendet. Je nach Verlauf und Erscheinungsform werden Depressionen in unterschiedliche Depressionsformen unterschieden.

Bei einer depressiven Episode treten einige der typischen Symptome einer Depression zum ersten Mal auf und halten mindestens zwei Wochen an. Von rezidivierender (wiederkehrender) Depression spricht man, wenn eine depressive Episode bei Betroffenen zum wiederholten Mal auftritt.

Unipolare Depression

Dies ist die klassische und häufigste Form einer Depression. Die auftretende depressive Episode erscheint mit typischen Symptomen, wie Niedergeschlagenheit, Erschöpfung, Freudlosigkeit und Antriebslosigkeit, Energieverlust, Selbstzweifel, sowie teilweise Schlafstörungen und Appetitlosigkeit. Zudem kommen oft Konzentrationsstörungen, ein gemindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Hoffnungslosigkeit und wiederkehrende negative Gedanken. Dabei halten die auftretenden Symptome mindestens zwei Wochen an. Je nachdem, wie viele Symptome auftreten und mit welcher Stärke, wird in leichte, mittelschwere und schwere Depression unterschieden.

Dysthymie

Dysthymie ist eine langanhaltende Form der Depression. Die Symptome einer Depression treten in geringer Zahl und leichter Ausprägung auf. Jedoch zeigen sie sich kontinuierlich über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren.

Anpassungsstörungen

Hier treten depressive Symptome infolge eines einschneidenden Erlebnisses beziehungsweise einer gravierenden Lebensveränderung auf. Dabei sind die Symptome weniger zahlreich und dauern nicht so lange an wie bei einer rezidivierenden Depression oder dysthymen Störung.

Bipolare Störung

Eine bipolare Störung – auch manisch-depressive Erkrankung genannt – ist eine Affektstörung, bei der Stimmungen, Antrieb und Aktivität stark schwanken. Dabei treten sowohl depressive Verstimmungen als auch Phasen der Euphorie auf. Betroffene wechseln von Phasen der Niedergeschlagen und mit typischen Symptomen einer Depression in eine plötzliche Hochstimmung mit oft gesteigertem Selbstbewusstsein, einer wachsenden Konsumneigung und vermindertem Schlafbedürfnis. Viele Betroffene unterschätzen massiv ihre Leistungskraft, sprechen sehr schnell und haben ein nicht zu stoppendes Redebedürfnis. Häufig verlieren sie die Kontrolle im Umgang mit Geld oder Verträgen, negative Folgen von Planungen werden vom Tisch geredet oder nicht bedacht. Auch Wahnvorstellungen, wie zum Beispiel etwas Besonderes zu sein und Größenwahnsinn, sowie Sinnestäuschungen können während einer manischen Episode auftreten.

Bei den meisten Betroffenen geschieht der Übergang von einer depressiven Phase zu einer manischen Phase schleichend. Manchmal passiert er aber auch vermeintlich über Nacht. Der Wechsel zwischen den Phasen ist für die Betroffenen und ihr soziales Umfeld eine große Belastung. Umso wichtiger ist die rasche Diagnose und Therapie – Hilfe ist fast immer möglich.

Weitere Formen

Depressionen können in vielen Formen und Situationen auftreten. Insbesondere bei der Hormonumstellung während einer Schwangerschaft wird der Körper sowie die Psyche stark beeinflusst, was zu einer sogenannten „postnatalen Depression“ oder auch Wochenbettdepression führen kann. Der sogenannte „Baby Blues“ ist eine kurz auftretende Stimmungsänderung und erhöhte Reizbarkeit, die in der Regel kurz nach der Geburt auftritt und sich nach etwa zwei Wochen wieder entspannt. Wochenbettdepressionen dagegen halten wesentlich länger an und durch einen schwereren Verlauf geprägt.

Auch saisonal können Depressionen begünstigt werden. So erleiden Betroffene oft verstärkt in den dunklen Jahreszeiten Stimmungstiefs und vermehrte Müdigkeit. Die Winterdepression hängt mit den geringeren Sonnenstunden pro Tag zusammen. Bei Dämmerung und Dunkelheit produziert das Gehirn das Schlafhormon Melatonin, welches zu Müdigkeit und Energielosigkeit und damit verbunden oft auch Antriebslosigkeit oder gedrückter Stimmung führt.

Umgang mit Depression

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Allgemeine Symptome

Der Definition nach zeichnen sich Depressionen durch einen länger anhaltenden Zustand psychischer Niedergeschlagenheit aus. Zu den Symptomen gehören neben dem Gefühl der Traurigkeit unter anderem auch Ängste, Schlafstörungen, Ermüdungserscheinungen, innere Unruhe, Appetitlosigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, reduziertes Selbstbewusstsein, eine Neigung zum Nachdenken (Grübelneigung), Schuldgefühle oder körperliche Beschwerden (zum Beispiel Magenschmerzen).

Viele Betroffene verspüren außerdem ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit, der Sinn-Leere, das sich bei starker Ausprägung auch in suizidalen Tendenzen äußern kann. Stark depressive Menschen empfinden ihr Leben dann nicht mehr als lebenswert, sehen im Tod die vermeintliche Erlösung. Bei Depressionen treten immer Veränderungen in den Neurotransmittersystemen des Gehirns auf. Außerdem können hormonelle Veränderungen nachgewiesen werden. Depression ist eine schwerwiegende Krankheit und sollte unbedingt ärztlich und therapeutisch behandelt werden.


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