Ein Zoobesuch ist für die ganze Familie geeignet | © nikolay tchaouchev/unsplash

Behindertengerechter Zoobesuch

Der Besuch von Zoos, Tierparks oder Wildtiergehegen ist seit vielen Generationen eine der beliebtesten Freizeitaktivitäten. Dank der großen Flächen im Freien, ist es in den meisten Tiergärten völlig unerheblich ob die Besucherinnen und Besucher ihren Alltag mit oder ohne einer Behinderung bestreiten, denn die Barrierefreiheit ist kein Problem.

In ganz Deutschland gibt es knapp 300 Zoos, Tierparks bzw. Tiergärten und Wildtier-Gehegen. Egal ob Tierpark, Tiergarten oder Zoo - die Bezeichnungen mögen anders sein und meinen doch alle etwas Ähnliches, da die Begriffe rechtlich gesehen nicht definiert sind. 

Gemessen an der Anzahl der Tiere, befinden sich die drei größten deutschen Zoos in Berlin mit circa 21.000, München mit etwa 18.000 und Hamburg mit rund 16.000 Tieren. Interessanterweise besteht eine Korrelation zwischen der Anzahl an Tieren und der Anzahl an Besucherinnen und Besuchern. Den die Rangfolge bei den Besucherzahlen wird ebenfalls von Berlin - mit jährlich rund 3,5 Millionen Besucherinnen und Besuchern - angeführt, gefolgt von München mit knapp 3 und Hamburg mit rund 2 Millionen Gästen im Jahr. Die absoluten Gästezahlen geben auch generell drüber Auskunft, dass das Interesse an der Tierwelt groß und vor allem bei Kindern eine besonders beliebte Freizeitaktivität darstellt. 

Erlebnis für die ganze Familie

Ein Zoobesuch ist grundsätzlich für alle Altersklassen eine unterhaltsame Veranstaltung. Das macht einen Besuch besonders weil man – völlig unabhängig ob mit oder ohne Behinderung – einen Tag gemeinsam verbringen kann. Bis auf wenige Ausnahmen wie beispielsweise Vogelhäusern – die manchmal Stufen und enge Pfade haben um eine tropische Umgebung zu simulieren – sind Tierparks fast komplett barrierefrei. Mit vorheriger Anfrage können manche Zoos auch Rollstühle für Menschen mit Behinderung organisieren, die im Alltag womöglich ohne auskommen, aber nach einer längeren Zeit erschöpft sind und sich erholen müssen. 

Laut einer Umfrage halten außerdem rund 80 Prozent der befragten Personen, Zoos für eine wichtige und erhaltenswerte Institution. Vor allem bei Familien sind Tiergärten als Teil der Freizeitbeschäftigung ein äußerst beliebtes und geschätztes Angebot.

Vorteile für Menschen mit einer Behinderung

Tierparks sind großflächig und meistens flach konzipiert. Das bedeutet, dass es im Normalfall keine Probleme bei Fragen der Mobilität geben und ein Besuch reibungslos ablaufen sollte. Falls doch  zusätzliche Unterstützung benötigt werden sollte, können sich betroffene Personen beziehungsweise die Angehörigen auch vor dem Besuch mit der zuständigen Leitung in Verbindung setzten um den Ablauf so problemlos wie möglich zu gestalten. Vereinzelt bieten Zoos ihren Besucherinnen und Besuchern auch die Möglichkeit Audioguides zu mieten und Unterstützen so vor allem Menschen mit einer Sehbehinderung bei den Erlebnissen im Zoo.
Ein weiterer Vorteil ergibt sich beim Einlass. Viele Tierparks ermöglichen Menschen mit einer Schwerbehinderung einen ermäßigten oder gar kostenlosen Eintritt. Dies gilt bei vorhandenem Merkzeichen auch für die Begleitperson.

Junge füttert Rehkitz | © Daiga Ellaby/ unsplash

Alle Familienmitglieder können gemeinsam Zeit verbringen (Foto: Daiga Ellaby/ unsplash).

Mensch- Tier- Beziehung

Die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist eine seit jeher bestehende und psychologisch bedeutende Verbindung. Haustiere können beispielsweise mit der Zeit zu einem vollkommenen Familienmitglied werden und sind fest in die Tagesabläufe von Besitzerinnen und Besitzern integriert.

Für Menschen mit einer Behinderung kommen den Tieren sogar eine noch größere Bedeutung zu als man es im Alltag erahnen würde. Blindenführhunde können nach ihrer Ausbildung und dem Training, einen erheblichen Beitrag für erblindete Mensch leisten und diese in ihrer Mobilität unterstützen. Es ist darüber hinaus auch wissenschaftlich belegt, dass die Mensch-Tier Beziehungen gerade bei Kindern einen gesundheitlich positiven Effekt bei der Heilung und Therapierung von Krankheiten haben. Beispielsweise wurde bereits der Einsatz von Tieren an Förderschulen untersucht und ein therapeutische Entwicklung festgestellt. 
Betroffene Personen können im Zoo – anders als in den Schulen – natürlich nicht direkt mit den Tieren in Kontakt kommen und dennoch haben die Erlebnisse mit den Tieren einen positiven Einfluss und das gerade für Menschen mit einer Behinderung.


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