menschlicher Nerv mit elektrischen Impulsen | © pixabay

Aktive Bewegung durch elektrische Impulse

Auch Körper von Menschen mit Lähmungen brauchen regelmäßige Bewegung, da sonst Folgeerkrankungen drohen. Mit Bewegungstrainern, die gelähmte Gliedmaßen mittels funktioneller Elektrostimulation aktivieren, können sie selbstständig „aktiv“ Sport treiben.

Sportliche Aktivitäten fördern den Kreislauf, regen den Stoffwechsel an und stärken den Körper: Von diesen segensreichen Wirkungen regelmäßiger körperlicher Bewegung wissen wir. Querschnittgelähmte Menschen haben allerdings nicht dieselben Möglichkeiten wie gesunde. Diese können ihre Gliedmaßen jedoch passiv – von Masseur*innen oder Physiotherapeut*innen – bewegen lassen.

Ergänzend zu dieser manuellen Therapie kann ein motorisierter Bewegungstrainer eingesetzt werden. Dabei ist es unerheblich, ob die Gliedmaßen noch teilweise selbst bewegt werden können oder vollständig gelähmt sind. Viele Bewegungstrainer bieten nämlich einen Aktiv- (Eigenkraft nötig) sowie einen Passivmodus (keine Eigenkraft nötig) an.

Bewegung dank Elektrostimulation

In der Therapie von Patient*innen mit Querschnittslähmungen, aber auch von Spastiken und anderen neurologischen Erkrankungen wie etwa nach einem Schlaganfall werden ebenfalls oft Elektrostimulationen eingesetzt. Dadurch werden die gelähmten Muskeln mittels schwacher Stromschläge, die über Klebeelektroden auf die Haut übertragen werden, angeregt und gestärkt. Einige Therapiegerätehersteller haben daher Rehabilitationsprodukte im Angebot, die beide Varianten kombinieren: Motorisierte Bewegungstrainer mit sogenannter Funktioneller Elektrostimulation (FES).

Der Stimulator sendet hierbei die elektrischen Impulse, die normalerweise vom Gehirn an die betreffenden Körperregionen gesendet werden. Hierdurch wird die Muskulatur der gelähmten Arme oder Beine angespannt, sodass ein „aktives“ Betätigen der Pedale möglich wird. Die mit den Muskelbewegungen abgestimmte Steuerung dieser Signale übernimmt die Software des Stimulators komplett und passt sich an die jeweiligen Bedürfnisse der Nutzer*innen an. Zudem erkennt das Bewegungstherapiegerät Spasmen und Krämpfe automatisch und reagiert entsprechend darauf.

Individuell einstellbare Programme

Moderne Bewegungstrainer mit FES bieten vordefinierte Trainingsprogramme an, lassen sich aber auch individuell programmieren. Es müssen zudem nicht nur die Beine sein. Das FES-Modul kann ebenfalls zusammen mit kompatiblen Oberkörper- oder Armtrainern eingesetzt werden.

Die Vorteile eines solchen Trainingsgeräts liegen auf der Hand: Muskeln werden so wieder stimuliert und trainiert, ohne dass sie selbst oder von jemand anderem bewegt werden müssen. Zudem lassen sich dadurch Spasmen reduzieren. Und nicht zuletzt wird durch die regelmäßige Bewegung das Herz-Kreislaufsystem trainiert, Folgeerkrankungen des Bewegungsmangels vorgebeugt, sowie der gesamte Organismus angekurbelt und dadurch unter anderem weniger anfällig für Infektionen.


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